Barcelona-Legende:»Gelebte Bescheidenheit - Tuchel singt Loblied auf Carles Puyol

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Carlos Puyol hat mit dem FC Barcelona alles gewonnen, was es als Fußballer zu gewinnen gibt. Auch Thomas Tuchel, Trainer von Borussia Dortmund, ist vom inzwischen 39-Jährigen hellauf begeistert.

"Als ich noch selbst spielte und sehr naiv Fußball schaute, dachte ich wie sicher auch viele andere: 'Was macht dieser Lockenkopf bei denen? Der ist doch viel zu schlecht'", sagte Tuchel unlängst über den Weltstar, der an Ostern seinen 39. Geburtstag feierte.

Am Ende aber sei es Puyol gewesen, der "der Klebstoff in dieser wunderbaren Geschichte von 14 Titeln" ist.

Nach 663 Spielen für die Katalanen und genau 100 für die spanische Nationalmannschaft darf sich Puyol Welt- und Europameister, Weltpokal- und Champions-League-Sieger sowie mehrfacher spansicher Meister und Pokalsieger nennen.

Er hat durch sein Auftreten, durch den von ihm verkörperten Respekt für den Gegner und seine Empathie Legendenstatus erreicht, aber auch seine Teamkollegen wie Lionel Messi oder Andres Iniesta zu Weltstars getrieben.

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"Er war der Beste, er hat es zusammengehalten, er hatte die Ausstrahlung", schwärmte Tuchel weiter.

"Der Kapitän und die Symbolfigur für alles, was Barcelona verkörpert hat. Er wurde einfach jedes Jahr besser, weil er das wollte. Und das verkörperte, was die absoluten Champions ausmacht: Bescheidenheit und der Wille, sich jeden Tag neu zu beweisen."

Unzählige Videos zeigen, wie er seine Teamkollegen aus Respekt vor dem Gegner beim Jubel unterbricht, wie er Real-Spiel nach dem Clasico herzt oder dem zuvor an Krebs erkrankten und wieder genesenen Eric Abidal nach dem Sieg in der Champions League 2011 die Kapitänsbinde für die Siegerehrung überreicht.

"Und da weiß er doch auch, dass alle Fotos weltweit den Moment zeigen, wenn der Pokal erstmals hochgehalten wird", so Tuchel weiter: "Das ist für mich gelebte Bescheidenheit."

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Aber auch sein Auftreten als Kapitän, als Löwe, als Anführer beeindruckt den Dortmunder Coach noch heute:

"Als Bayern München damals 0:4 in Barcelona unterlag (im Champions-League-Viertelfinale 2008/09, Anm. d. Red.) erzählte mir später jemand aus dem Betreuerstab der Bayern: 'Thomas, als Puyol seine Mannschaft aufs Feld führte, wusste ich, es gibt ein Debakel'."

Nach seinem gesundheitsbedingtem Karriereende 2014 wechselte Puyol in das Management des FC Barcelona, trat dort aber nach der Entlassung von Sportdirektor Andoni Zubizarreta (55) Zubizarreta im Januar 2015 zurück.

Aktuell arbeitet Carles Puyol als Berater. Sein bekanntester Klient: Marc Bartra von Borussia Dortmund.

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