Nach Neymar-Deal:Finanz-Doping: Spanien-Boss erneuert Kritik an Staatsklubs PSG und ManCity

Foto: CHEN WS / Shutterstock.com

Spätestens seit dem Transfer von Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain spielt die Fußballwelt verrückt. Nun hat der Chef der Primera Division seine Kritik an der finanzkräftigen Konkurrenz erneuert.

"Was uns sehr schadet, ist, dass das Finanz-Doping solche Ausmaße annimmt“, sagte der Präsident der spanischen Fußball-Liga, Javier Tebas, der FAZ.

Dabei sei der Wechsel von Neymar vom FC Barcelona zu PSG nur ein "Effekt" der Entwicklung, "das Kernproblem sind die Staatsklubs".

Vereine wie Manchester City oder Paris Saint-Germain hätten "Geld nach Belieben" zur Verfügung, weil sie es von außerhalb bekämen.

Die Primera Division hatte daher eine Studie in Auftrag gegeben, die untersuchen sollte, wie viel Transferüberschüsse bei den verschiedenen Vereinen übrig blieben.

Video - unten weiterlesen
Anzeige

Laut der Studie habe PSG von 2012 bis 2016 eine Milliarde Euro für neue Spieler ausgegeben. Manchester City investierte in diesem Sommer 244 Millionen Euro, in den fünf Jahren zuvor waren es insgesamt 937 Millionen Euro.

Stadtrivale United und der FC Chelsea gaben seit 2012 ähnlich viel wie PSG und ManCity aus.

"Einer der großen Sponsoren von Paris ist Qatar, das Tourismusbüro von Katar, das vom Emirat Katar sehr viel Geld zur Verfügung gestellt bekommt. Das sehen wir als Finanz-Doping an", kritisierte Tebas heftig.

Daher habe er schon vor einiger Zeit eine Beschwerde bei der Uefa eingereicht, der Fall PSG werde dort untersucht. Der Fall Manchester City übrigens nicht.

FC Barcelona

Anzeige

Aber was gegen die neuen Wege im Fußball tun? Dazu hat die spanische Liga eine Idee in die Tat umgesetzt. "Die Liga legt fest, wie viel Geld ein Klub an Gehältern und Ablösesummen ausgeben darf", erklärte Tebas:

"Wir haben das in den vergangenen Jahren sehr gut reduzieren können. Es ist jetzt ein fairer Wettbewerb im ökonomischen Sinn."

Zuletzt haben die Vereine der Primera Division "nur" etwas mehr als 553 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben (die Bundesligavereine knapp 600 Millionen) und liegen damit nur auf Rang 5 im europäischen Vergleich.

FC Barcelona

Deine Meinung

Weitere Themen