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FC Bayern:Boateng gibt zu: Hätten mehr für Mesut Özil tun müssen

  • Fabian Biastoch Samstag, 10.11.2018

Als Mesut Özil schwere Rassismusvorwürfe gegen die DFB-Spitze erhob und aus dem Nationalteam zurücktrat, blieben viele leise. Sehr zum Ärger von Jerome Boateng.

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Ihm sei nach der verkorksten WM in Russland bewusst geworden, "dass wir im Team viel mehr für Mesut hätten tun können. Es ist schade, dass es dazu nicht gekommen ist. Wir haben ja gesehen, wohin uns das geführt hat", erklärte der Verteidiger des FC Bayern im nach ihm benannten Magazin BOA.

Es war jedoch auch Jerome Boateng, der sich als einer von sehr wenigen Spielern öffentlich zum Rücktritt von Mesut Özil geäußert hat. Bei Twitter schreib er damals: "Es war mir eine Freude, Abi."

Und auch jetzt erhebt Boateng abermals seine Stimme im Kampf gegen Rassismus.

"Ich selbst habe darunter weniger zu leiden, aber vor allem bei türkischstämmigen Spielern kommentieren viele Fans und Medien viel kritischer als bei anderen Spielern."

Und der Erfolg bei der WM 2014 in Brasilien "wäre ohne all die Spieler mit so unterschiedlicher Herkunft bestimmt nicht möglich gewesen".

Bittere Statistik: Deutschland so schlecht wie nie zuvor

Dennoch höre der 76-malige Nationalspieler beim Aufwärmen immer wieder Affenlaute von der Tribüne. Er spüre, dass viele ihre Mitmenschen vermehrt in Schubladen steckten.

"Eine für die Deutschen, eine für die Migranten. Und die Deutschen, deren Eltern vielleicht ausländische Wurzeln haben und die nicht weiß sind, sich aber völlig deutsch fühlen, weil sie hier aufgewachsen sind, werden wieder skeptischer angeschaut."

Boateng bringt es auf den Punkt und fordert: "Wenn rechte Parolen bis in die Mitte der Gesellschaft vordringen, sollte jeder aufstehen und Stellung beziehen."

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