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Liverpool :"Das sollte nicht passieren" - Jürgen Klopp macht sich für Reform stark

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Foto: Vlad1988 / Shutterstock.com
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Als der FC Liverpool im Dezember die erste Partie bei der Klub-WM gegen CF Monterrey knapp gewinnen konnte, hätten sie nur 24 Stunden vorher im League Cup gegen Aston Villa spielen müssen.

Dass das unmöglich ist, liegt auf der Hand. Dennoch summieren sich die Spiele stets ab dem Jahreswechsel enorm.

Nicht nur für Reds, für alle englische Mannschaften. Besonders hart erwischte es jüngst Newcastle United. Bei vier Pflichtspielen in zwölf Tagen steigt das Verletzungsrisiko, was die Magpies schmerzlich erfahren mussten.

Sie haben vier Spieler in einer Partie verloren, mussten eine ganze Halbzeit in Unterzahl spielen und am Wochenende im FA Cup schon wieder ran.

"Zu sehen, was Newcastle im letzten Spiel passiert ist, und nicht anzufangen nachzudenken, das wäre wirklich wahnsinnig", griff Jürgen Klopp das Dilemma seines Kollegen Steve Bruce auf.

"Du verlierst vier Spieler in einem Spiel! Das sollte nicht passieren. Das sollte einfach nicht passieren!"

Auch Liverpool muss erst einmal auf Sadio Mané verzichten, der sich beim 2:0 gegen Bournemouth eine Leistenverletzung zugezogen hatte.

Wegen der Verletzungssorgen und -risiken werde er im FA Cup rotieren, kündigte Klopp an.

"Mein wichtigster Job ist, die Spieler zu respektieren. Das ist mein allerwichtigster Job", verteidigte er sich auch gegen Kritik, dass er mit seiner Rotation die Pokalwettbewerbe nicht respektieren würde.

Für Liverpool sei es sogar egal, wie die Partie gegen den Stadtrivalen Everton am Sonntag ausgeht – Hauptsache nicht unentschieden.

Denn dann stünde ein Wiederholungsspiel an. Ein "unglaublicher" Fakt im Jahr 2020, so Klopp: "Die Leute tun immer so, als würde man Traditionen töten, wenn man etwas an einem Wettbewerb ändert."

Früher habe man aber noch anders gespielt, heute sei Fußball viel intensiver. "Die Jungs sind gegen Sheffield 13 Kilometer gelaufen – 13 Kilometer, um ein Premier-League-Spiel zu gewinnen", hob der Ex-BVB-Coach mahnend den Zeigefinger. "Es ist schneller, physischer, fordernder in allen Bereichen."

Eine Lösung sei dabei nicht, die Kader der Teams aufzublasen. Vielmehr müssten sich alle Verantwortlichen von Verband, Liga und TV-Anstalten mal offen und ehrlich austauschen.

Trainer und Sportdirektoren seien in solchen Runden bislang nicht involviert. "Dann ist eine Lösung möglich. Und niemand wird ein Spiel vermissen. Es wird immer noch genug Fußball geben. Zu 100 Prozent. Das klingt für mich gar nicht so kompliziert."

Es müsse ein Kompromiss gefunden werden, denn weder ohne Geld noch ohne Spieler funktioniere das System, betonte Klopp. "Im Moment bewerfen wir die Leute mit Fußball."

Es müsse wieder die beste Mannschaft gewinnen können und nicht jene, die die wenigsten Verletzten hat, wünscht sich der Coach des Champions-League-Siegers und appellierte noch einmal an einen runden Tisch.

"Wenn man mich dafür brauchen sollte, bin ich dabei. Falls ich zwischen den Spielen Zeit finde."

Klopp ließ seinen Worten Taten folgen und stellte im FA-Cup gegen den FC Everton eine B-Mannschaft auf. Dennoch reichte es zum Sieg - Eigengewächs Curtis Jones  (18) erzielte den einzigen Treffer beim 1:0-Erfolg.

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