Eckel-Tochter verteidigt Nachlass-Versteigerung

27.09.2022 um 13:15 Uhr - Update: 15:52 Uhr
von Sport-Informations-Dienst
Nachrichtenagentur
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Dagmar Eckel hat die angekündigte Versteigerung des Erbes ihres Vaters Horst aufgrund der Bedürftigkeit ihrer Mutter Hannelore (85) als unausweichlich bezeichnet. "Ich kann Kritik nicht verhindern. Es ist sehr emotional für mich und eine Sache des Stolzes", sagte Dagmar während einer Pressekonferenz am Dienstag: "Mich kann Negatives aber nicht erschüttern. Ich kann es nicht stemmen, ich muss die Dinge verkaufen. Ich habe ein reines Gewissen."

Der Nachlass des Fußball-Weltmeisters von 1954, der am 3. Dezember des vergangenen Jahres im Alter von 89 Jahren gestorben ist, wird am 9. November bei einer sogenannten Privatauktion des Agon-Verlags versteigert. Sollte das Erbe der Ikone des 1. FC Kaiserslautern mit über 500 Einzelstücken bei dieser Auktion nicht wie gewünscht komplett an einen Bieter gehen, werden die Stücke zehn Tage später noch einmal einzeln angeboten. Als Erlös erhofft sich die Familie Eckel 280.000 Euro.

Manuel Neukirchner, Direktor des Deutschen Fußballmuseums, hatte am Montagabend überraschend durch ein Schreiben von Dagmar Eckel die Kündigung des Leihvertrags für das WM-Endspieltrikot von 1954 erhalten: "Wir prüfen derzeit den Sachverhalt. Unabhängig davon kann ich schon jetzt sagen, dass der Erwerb des gesamten Nachlasses für das Deutsche Fußballmuseum in Anbetracht des veranschlagten Startpreises der Auktion wohl nicht infrage kommt."

Dagmar Eckel betonte derweil: "Alles geht den Weg nach dem Willen meines Vaters. Papa hat gesagt 'Gegenstände sind Gegenstände und Menschen sind Menschen'. Es geht darum, die Zukunft meiner Mama zu sichern." Die nötigen Umbauarbeiten am elterlichen Haus und Pflegekosten nannte sie als große Ausgabenposten: "Es ist wohl durchdacht und der richtige Weg für die Familie. Jeder finanzielle Hintergrund schwindet irgendwann. Es wird nicht mehr reichen. Das Geld aus der Versteigerung landet komplett auf dem Konto meiner Mutter."

Dagmar Eckel hat nach eigener Aussage den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und den FCK vorab informiert. "Ich wollte eine ehrliche Art und Weise", sagte Eckel. Zu den Stücken der Versteigerung gehört auch Eckels Finaltrikot von 1954 (3:2 in Bern gegen Ungarn), das derzeit noch im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund ausgestellt ist.

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Die Sepp-Herberger-Stiftung sieht sich dabei außen vor. "Ende der vergangenen Woche haben wir Kenntnis davon genommen, dass der Nachlass von Fußball-Weltmeister Horst Eckel versteigert werden soll. Über den Umfang der Auktion und die Absicht, in diesem Rahmen auch Eckels Trikot des WM-Endspiels von 1954 zu versteigern, wurden wir nicht informiert", hieß es in einer Mitteilung: "Die Entscheidung über die Auktion obliegt einzig der Familie."

Mit Blick auf die Bedürftigkeit stünde die Stiftung bereit - auch wenn "derzeit kein Antrag auf finanzielle Unterstützung von Hannelore Eckel" anhängig sei: "Frau Eckel und ihre Familie wissen, dass wir auch im Lichte der langjährigen Verbundenheit und großen Wertschätzung jederzeit bereit wären, auf Basis unserer Satzung einen solchen Antrag unter den gemeinnützigkeitsrechtlich zu beachtenden Voraussetzungen zu prüfen und in dem Fall, dass Hilfe notwendig und steuerrechtlich möglich wäre, diese auch leisten würden."

Laut Dagmar Eckel, die "Herzensstücke", wie Briefe des damaligen Bundestrainers Sepp Herberger nicht in die Versteigerung geben möchte, hat sie keinen Antrag gestellt, weil sie die Finanzen der Familie nicht offenlegen möchte.

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