FC Barcelona :Barça feuert Ernesto Valverde - Nachfolger Quique Setien nur Lückenbüßer?

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Foto: Christian Bertrand / Shutterstock.com

Seine Ära hatte unter keinen guten Vorzeichen begonnen: Der erste Härtetest, die Supercopa de Espana 2017 gegen Real Madrid wurde verloren.

Nun wurde Ernesto Valverde die Supercopa 2019 letztendlich zum Verhängnis. Das 2:3 im Halbfinale gegen Atletico Madrid war Valverdes letztes Spiel als Barça-Coach.

Der FC Barcelona gab am späten Montagabend die Entlassung des Trainers bekannt. Neben der Pleite gegen Atletico war vor allem die anhaltende Auswärtsschwäche ein Grund für die Trennung.

Während Barça unter Pragmatiker Valverde im Camp Nou meistens zu überzeugen wusste, konnten sich die Barça-Cules in der Fremde schon lange nicht mehr auf sehenswerte Auftritte freuen.

Hintergrund


Unter Valverde holte Barcelona in zweieinhalb Jahren vier Titel. In der Champions League setzte es aber zwei herbe Niederlagen nach hohen Hinspielsiegen im Viertelfinale bzw. Halbfinale (Roma/Liverpool).

Die wenig attraktive Spielweise Valverdes war vielen Fans schon seit längerem ein Dorn im Auge. Für mehr Spielfreude und bessere Ergebnisse soll nun Quique Setien sorgen.

Der 61-Jährige ist ein Verfechter des Ballbesitzspiels und Bewunderer von Barça-Legende Johan Cruyff (†68).

Bei Betis Sevilla ließ Quique Setien offensiven Fußball spielen, er führte die Andalusier nach langer Abstinenz zurück in die Europa League. Nach einem Platz im Mittelfeld in der vergangenen Saison trennte man sich jedoch.

Nun unterschreibt der Übungsleiter bis 2022 bei Barça. Allerdings ist Setien nur die B-Lösung. Eigentlich wollten Präsident Josep Maria Bartomeu und Co. Xavi Hernandez zum Cheftrainer machen.

Doch die Spielerlegende steht noch als Trainer bei Al Sadd im Wort und wollte mitten in der Saison nicht einsteigen.

Quique Setien könnte daher nur eine Übergangslösung sein. Laut der Fachzeitung SPORT soll Setiens Vertrag eine Klausel enthalten, die beiden Parteien eine Trennung zum Saisonende ermöglicht.

Der neue Barça-Coach steht bei Führungsspieler Sergio Busquets noch im Kurs. Der Defensivstratege lobte die Spielweise des Trainers während dessen Zeit bei Betis Sevilla.

Auch Xavi hält viel von Quique Setien. Vor Monaten, nachdem der Ex-Betis-Coach schon mal als Barça-Trainer gehandelt worden war, lobte Xavi: "Ja, natürlich könnte er Barça trainieren."

Und weiter: "Seine Taktik ähnelt sehr der Idee des Spiels von Barça. Er lässt von hinten heraus mit Ballbesitz aufbauen, er will den Ball dominieren. Seit der Ankunft von Cruyff wird der Fußball bei Barça auch so verstanden."

Ob Quique Setien auf ähnlich viele Spiele wie Valverde als Barça-Coach kommt, bleibt angesichts der Situation um Xavi abzuwarten.

Die lebende Barcelona-Legende gilt nach den jüngsten Gesprächen mit Sportdirektor Eric Abidal und Oscar Grau weiter als Wunschlösung von Barça-Präsident Josep Maria Bartomeu für den Trainersessel.

Auch Präsidentschaftskandidat Victor Font (Wahlen finden 2021 statt) hat Xavi als neuen Barça-Trainer im Kopf. Er träume davon, Xavi an Bord zu holen, erklärte der 47-Jährige im vergangenen Jahr im Interview mit MUNDO DEPORTIVO.

Ernesto Valverde stand 163-mal an der Seitenlinie der Katalanen. Er konnte 108 (66,25%) Spiele gewinnen.

35 Partien endeten Unentschieden (21,47%), es gab 20 Niederlagen (12,26%).  Seinem Nachfolger übergibt er die Blaugrana als Tabellenführer der Primera Division.  Real Madrid liegt punktgleich mit Barça auf Rang zwei.

Der Großteil der Anhänger ist mit dem Trainerwechsel einverstanden, auch wenn die Art und Weise fragwürdig ist. Eine Entlassung von Valverde galt bei vielen als überfällig.

In einer ersten Umfrage von MUNDO DEPORTIVO befürworteten 77,51% von 27.931 Lesern die Entscheidung, Quique Setien zum neuen Trainer zu machen.

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