FC Barcelona :Die Trennung: Barça-Boss Laporta erklärt das traurige Messi-Aus

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Foto: Agencia EFE / imago images
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Der vorherige Vorstand habe einige schwer nachvollziehbare Entscheidungen getroffen, erklärte der Amtsinhaber. Man habe Verluste in Höhe von 487 Millionen Euro gemacht. "Wir haben den Verein in einer schlechteren Verfassung vorgefunden als gedacht. Die Zahlen waren schlechter, als uns zuvor gesagt wurde. Die Gehälter machen 110 Prozent der Einnahmen aus. Wir haben keinen Spielraum."

Dennoch habe man sich mit Lionel Messi auf die Eckdaten einer Zusammenarbeit geeinigt. "Wir wollten, dass er bleibt. Er wollte bleiben", so Laporta. "Aber alles muss im Einklang mit dem Financial Fairplay der spanischen Liga sein. Irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem man alles nüchtern betrachten und auf die Zahlen gucken muss."

Hintergrund

Man habe sich mit Messi darauf geeinigt, den Vertrag über zwei Jahre abzuschließen und die Entlohnung über fünf Spielzeiten zu strecken. Dies habe sich aber nicht mit den Vorgaben der spanischen Liga vereinbaren lassen. "Dieser Vertrag wäre nicht gültig gewesen", so der im März gewählte Präsident.

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Foto: Ricardo Larreina Amador / imago images

Der Plan der Blaugrana war klar: Messi sollte bis 2023 für Barça kicken, danach eine neue Ära starten: "Wir alle wollten, dass er noch zwei Jahre bei uns bleibt und wir die Nach-Messi-Ära in zwei Jahren starten." Dass es nicht dazu kommt, sei traurig. Auch Messi sei enttäuscht.

Barça-Boss wettert gegen LaLiga-Deal mit CVC

Die einzige Möglichkeit, Messi im Einklang mit dem ligainternen Financial Fairplay zu verpflichten, wäre die Zustimmung des LaLiga-Deals mit CVC gewesen. Dieser sieht vor, dass zehn Prozent der Rechte der Primera Division an die Beteiligungsgesellschaft übergehen und die Liga 2,7 Milliarden erhält. Barça hätten davon über 200 Millionen Euro zugestanden.

Doch Barça ist – ebenso wie Real Madrid – gegen die Pläne von Ligaboss Javier Tebas. "Der Verein steht über allen, über dem Präsidenten, den Spielern, auch dem besten Spieler der Welt. Der Verein ist 122 Jahre alt, wir können nicht etwas zustimmen, was die Rechte der nächsten 50 Jahre beeinflusst", stellte der Boss klar.

Mit dem ausgehandelten Deal ist der Anwalt ohnehin nicht einverstanden:  "Wir hätten Geld bekommen, aber wir konnten nichts akzeptieren, was die Fernsehrechte des Vereins für die Zukunft beeinträchtigt hätte. Die Bewertung entspricht unserer Ansicht nach nur einem Drittel des tatsächlichen Wertes."

"Leo hat oft bewiesen, dass er Barça liebt"

Hätte Messi Barcelona nicht weiter entgegenkommen können, wollte ein Medienvertreter von Laporta wissen. Der Präsident dazu: "Leo hat oft bewiesen, dass er Barcelona liebt. Er hat alles verdient. Ich bin traurig, aber ich denke, dass wir das Beste für die Interessen des FC Barcelona getan haben."

"Jetzt startet eine neue Ära"

Um die Zukunft macht sich Laporta wegen des Messi-Abschieds keine Sorgen: "Leos Vermächtnis ist einzigartig, er prägte die beste Ära der Vereinsgeschichte des FC Barcelona. Jetzt startet eine neue Ära. So war es auch schon mit anderen Spielern in der Vereinsgeschichte. Mit Kubala (László Kubala, Anm. d. Red.), mit Johan (Johan Cruyff).  So wird es auch mit Leo sein. Er hat viel getan für die Geschichte des Vereins und wir sind ihm dankbar."

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