FC Barcelona Ex-Scout: Barça ließ sich Jude Bellingham, Ferran Torres und Kylian Mbappe durch die Lappen gehen

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Foto: Sven Simon / imago images

Den kometenhaften Aufstieg, den Jude Bellingham in den vergangenen anderthalb Jahren bei Borussia Dortmund genommen hat, ist vom Fußballkontinent natürlich vernommen worden. Auch der FC Barcelona hat den steilen Karriereweg registriert – womöglich mit einem etwas unguten Gefühl.

"Wir hatten Bellingham hier, bevor er bei Dortmund unterschrieb", lüftet der ehemalige Barça-Scout Josep Moratalla beim katalanischen TV-Sender Esport3. "Wenn ich jetzt sehe, dass Liverpool 100 Millionen Euro zahlen will, muss ich lachen. Ich habe nie verstanden, warum wir nicht mehr von solchen Transfers gemacht haben."

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Zur Erinnerung: Als 16-Jähriger wechselte Bellingham im Sommer 2020 für etwas mehr als 20 Millionen Euro Ablöse von Birmingham City. An der Strobelallee benötigte der Mittelfeldspieler kaum Eingewöhnungszeit und gehört inzwischen nicht nur in der Bundesliga, sondern im gesamten europäischen Fußball zu den Überfliegern.

Barça hätte auch Ferran Torres haben können

Das war aber offensichtlich nicht das einzige Fehlurteil, das von der Barça-Führung in der Vergangenheit ausging – und nun von Moratalla öffentlich angeprangert wird. Der inzwischen wieder auf der Einkaufsliste stehende Ferran Torres hätte ebenfalls schon viel früher unter Vertrag genommen werden können.

"Ja, wir hätten ihn verpflichten können", sagt Moratalla über Torres und erhebt eine Beschwerde. "Wir hatten schon immer das Problem, Deals abzuschließen. Wir haben mehrere sehr interessante Berichte über ihn gemacht. Das letzte Mal haben wir über ihn gesprochen und verhandelt, dass er sieben Millionen kostet. Das war das letzte Mal, denn nicht nur ich, sondern mehrere Kollegen haben positiv über ihn berichtet."

Barça sagte "Nein" zu Kylian Mbappe

Moratalla wurde von der Vereinsführung vor allem damit betraut, den französischen Markt zu sondieren. Und, wer hätte es gedacht, der Späher wurde während seiner Schaffenszeit auch auf Kylian Mbappe aufmerksam. Doch auch bei diesem Vorschlag soll er nur ein "Nein" von den Verantwortlichen entgegengesetzt bekommen haben.

Es war ein Fehler im System, wie Moratalla erzählt: "Jeder junge Spieler, der in Europa auffiel, wurde geprüft. Das Problem kam später, wegen der ganzen Bürokratie, um eine Verpflichtung abzuschließen, was alles kompliziert machte."