Ronald Koeman: Warum Laporta Xavi eigentlich nicht als Barça-Coach wollte

04.03.2022 um 06:33 Uhr
von Tobias Krentscher
LaLiga-Redakteur
Schreibt seit 2010 über den spanischen Fußball. Gründer und Chefredakteur von Fussballeuropa.com.
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Foto: Agencia EFE / imago images
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Ronald Koeman wurde im Sommer 2020 von Josep Maria Bartomeu als Nachfolger des glücklosen Quique Setien installiert. Der Übungsleiter, der für Barça seinen Job als niederländischer Nationalcoach niederlegte, gewann mit den Katalanen in seiner ersten Saison die Copa del Rey und qualifizierte sich souverän für die Champions League.

Die Ergebnisse passten zumindest national meist unter Koeman, spielerisch waren die Auftritte aber selten von hohem Unterhaltungswert. Nach dem personellen Aderlass im vergangenen Sommer (u.a. Lionel Messi, Antoine Griezmann, Ilaix Moriba, Junior Firpo, Emerson) stimmte auch die Punkteausbeute nicht mehr. Barça drohte die Champions-League-Qualifikation zu verpassen – und setzte Koeman vor die Türe.

Koeman attackiert Laporta

Der 58-Jährige hätte sich mehr Vertrauen gewünscht. "Sie haben mir nicht die Zeit gegeben, die sie Xavi geben", erklärte er im Gespräch mit dem Algemeen Dagblad.  Dass Xavi das Zepter im Camp Nou schwingt, war laut Koeman nicht der Plan von Bartomeus Nachfolger Joan Laporta. Dieser habe ihm zigfach erklärt, "dass Xavi nicht sein Trainer werden würde, weil ihm die Erfahrung fehlt", behauptet der Niederländer. "Aber er brauchte jemanden, hinter dem er sich verstecken kann." Er selbst sei "nicht der Trainer von Laporta" gewesen. Es habe die Unterstützung gefehlt.

Xavi hat die Blaugrana nach drei Monaten Amtszeit wieder in die Top4 der Primera Division geführt und zuletzt auch spielerisch weiterentwickelt. Auch dank der Winter-Neuzugänge Pierre-Emerick Aubameyang, Adama Traore, Dani Alves und Ferran Torres. "Die hätte ich auch gerne gehabt", betont Koeman.

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"Warum musste Messi gehen?"

Besonders die Verpflichtung von Ferran Torres von Manchester City  lässt den Europameister von 1988 aber rätseln: "Wenn man dann sieht, dass sie jemanden für 55 Millionen Euro holen, kurz nachdem sie Lionel Messi haben gehen lassen, dann fragt man sich, ob es nicht andere Gründe gab. Warum musste Messi gehen?"

Was der Ex-Abwehrchef vergisst: Messi musste wegen seines hohen Gehalts gehen. Trotz Gehaltshalbierung hätte er noch immer 35 Millionen Euro verdient. Das war mit den ligainternen Financial Fairplay-Vorgaben nicht zu vereinbaren. Ferran hingegen bekommt dem Vernehmen nach zunächst nur knapp ein Zehntel dieser Summe pro Jahr. Die 55 Mio. schwere Ablöse für Torres wird zudem über fünf Jahre abgeschrieben.

Verwendete Quellen: ad.nl
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