"Drei Wochen nichts gehört"

Corentin Tolisso packt aus: Bayern-Bosse ließen ihn wochenlang zappeln

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Der Franzose erklärte gegenüber L'Equipe, dass die fehlende Verabschiedung für ihn nicht überraschend kam. "Wir hatten mit den Verantwortlichen vereinbart, dass ich im letzten Spiel keinen Blumenstrauß wie Süle erhalten würde." Der Verein grübelte bis zuletzt über eine weitere Zusammenarbeit mit dem 27-Jährigen nach.

Coach Julian Nagelsmann hätte Tolisso nach Aussage des Spielers gerne behalten. Die Bosse stemmten sich aber aufgrund der hohen Verletzungsanfälligkeit des Weltmeisters von 2018 dagegen. "Und ich verstehe diese Entscheidung", räumt Tolisso ein. Was er hingegen nicht nachvollziehen kann, ist das Schweigen seines Vereins.

FC Bayern

Die Bayern auch bei Tolisso zu reserviert

Der Mittelfeldspieler drängte verständlicherweise auf einen schnellen Beschluss seines Arbeitgebers. Der ließ seinen Profi aber lange im Ungewissen. Tolisso habe von den Verantwortlichen "drei Wochen nichts mehr gehört, ich bat meinen Berater, sie anzurufen, und die Entscheidung wurde getroffen."

Die Behandlung Tolissos ist durchaus kein Einzelfall. Mehrere Spieler beschwerten sich bereits über die fehlende Kommunikation mit dem Klub und Trainer Nagelsmann. Eine Etage darüber treten Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic offenbar ebenso distanziert auf. So nannte Robert Lewandowski angeblich als einen der Gründe für seinen Abwanderungswunsch unter anderem, dass ihm die Führungsebene zu spät wegen einer Vertragsverlängerung kontaktiert habe.