Bundesliga :Fußfessel und Co. - 10 interessante Fußballfakten

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Fakt 1: Rekordmeister heißt nicht Gründungsvater
»Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.« Dieser Merksatz ist bekannt, doch hat er im Fußball keine Gültigkeit. Mehr noch, er wird ins Gegenteil gekehrt. Denn der FC Bayern München ist kein Gründungsmitglied der Bundesliga, dennoch der absolute Rekordmeister. Und die Gründungsväter? Eine Auswahl samt Erfolgen:

1. FC Köln – die Geißböcke wurden drei Mal Deutscher Meister, zuletzt 1977/1978
Eintracht Frankfurt – ein Meistertitel steht in den Geschichtsbüchern: 1959.
1860 München – 1966 wurden auch die Löwen Meister.
Borussia Dortmund – die Erfolgshistorie wirkt schon bedeutender: 8 Mal ging die Meisterschale nach Dortmund.

Ab 1965/66 war auch der FC Bayern München mit dabei; vier Jahre später erfolgte der erste Titelgewinn. Was lässt sich daraus lernen? Eventuell hin und wieder zu spät kommen.

Fakt 2: Sächsischer Fußball an der Ostsee
Die Rede ist von Hansa Rostock, einst noch als Empor Rostock bekannt. Ab 1954 wurden in der ganzen DDR Sportclubs gegründet, die wiederum zu den Leistungszentren gehörten. In Rostock gab es (SK) Empor Rostock, welches die Fahne als größte Stadt nördlich von Berlin hochhalten sollte. Es kam, wie es kam und überrascht:

Stadion - es war fast fertiggestellt und alles war bereit für den höherklassigen Fußball.

Konkurrenz - Motor Wismar war aus der DDR-Oberliga (Bundesliga) abgestiegen, im Norden gab es nicht ausreichend Spieler, um eine gute Fußballmannschaft zusammenzustellen.

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Verlegung - in der begonnenen Liga-Saison befanden sich überwiegend Mannschaften aus Sachsen. Eine davon, die BSG Empor Lauter, wurde kurzerhand mitten in der Saison nach Rostock geschickt und spielte fortan für Empor Rostock.

Das funktionierte, da »Empor« als Sportvereinigungen Lauter und Rostock besaß beziehungsweise betrieb. Erst 1965 wurde aus der Rostocker Fußballabteilung der Fußballclub Hansa Rostock, als zweiter Club nach Magdeburg, der ausschließlich für Fußball stand.

Fakt 3: Weltfußballer mit Rekorden
Die Auszeichnung des Weltfußballers gilt als das höchste Lob im Fußball. Anfangs wechselten sich die Kandidaten und Gewinner noch ab, doch im letzten Jahrzehnt standen überwiegend zwei Namen auf der Siegerliste:

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Lionel Messi – sechs Mal gewann er den Titel, zum ersten Mal 2009, zum letzten Mal in diesem Jahr.

Ronaldo – es mag sein, dass der Name allein schon Glück bringt: drei Mal gewann der Brasilianer Ronaldo, zwei Mal Ronaldinho. Und der aktuelle Ronaldo? CR7 brachte es bislang auf 5 Titel.

Wer sich intensiver für das Wechselspiel interessiert findet weitere Fakten auf diesem Portal. Der allererste Weltfußballer überhaupt war übrigens Lothar Matthäus.

Fakt 4: Mit Fußfessel auf den Rasen
Wirklich so geschehen. Im Jahr 2005 stand beim Spiel Birmingham City gegen Tottenham ein Spieler mit einer elektronischen Fußfessel auf dem Rasen. Er wurde wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt, durfte aber für dieses Spiel kurzzeitig aus der Zelle. Übrigens endete das Spiel mit einem 1-1.

Fakt 5: England als Fußballwiege?
Sicherlich erklärt die in England gegründete FA und das von ihr ausgehende Fußballregelwerk, warum die Briten als Mutterland des Fußballs betrachtet werden. Sie sind fußballtechnisch dennoch Jahrhunderte hinterher:

China - im 3. Jahrhundert wurde in China Cuju gespielt, ein einstiges Soldatenspiel, das zum Volkssport wurde.

Präkolumbien - auch hier gibt es zumindest Hinweise auf einen Kautschukball.

Experten vermuten immer wieder, dass fußballähnliche Spiele bereits weit vor Christus zurückreichen und um Leben und Tod gingen.

Fakt 6: »Schaden für Körper und Seele«
Für eine lange Zeit war der Frauenfußball durch den DFB verboten, weil »Körper und Seele unweigerlich Schaden erleiden« würden. 1970 änderte sich das, wenn auch mit Regeln:

Schönwetterfußball - Spielerinnen durften nur bei gutem Wetter auf den Rasen.

Leichtigkeit - die Bälle waren leichter.

Verkürzung - die Spielzeit betrug sechzig Minuten.

Bei der EM 1989 konnten die Frauen ihren ersten Triumph feiern. Als Belohnung: Ein Kaffeeservice, bestehend aus 41 Teilen für jede Spielerin.

Fakt 7: Vereinsgeschichte: 3.550+ Gegentore
Sie stehen beim schlechtesten Verein der Welt. Der Ibis Sport Club kassiert pro Jahr knapp 50 Gegentore. In seiner siebzigjährigen Geschichte machen das stolze 3.550 Gegentreffer. Und das ist nicht alles: 62 Tore hat dieser Verein seit seiner Gründung geschossen.

Sie nehmen es mit Humor: Pior Time do Mundo steht auf dem Rücken der Trikots - schlechteste Mannschaft der Welt.

Fakt 8: Die späte Rote Karte
Sie gab es immer? Mitnichten. Erstmals bei der WM in Mexiko 1970 wurde die Rote Karte mitgeführt, jedoch nicht genutzt. Gezeigt wurde sie bei der WM vier Jahre später im Spiel Chile gegen Deutschland.

Fakt 9: Farben- und Wappenwirrwar
Schwarz-Gold trifft als Wappen immer auf Borussia Dortmund zu? Nicht ganz, denn das Stadtwappen von Dortmund ist Rot-Weiß. Interessanterweise ist das Stadtwappen von München übrigens Schwarz-Gold.

Hat da einst jemand einen vorzeitigen Trikottausch vorgenommen?

Fakt 10: Elf kleine Ulmer: Einer fliegt noch
Der SSV Ulm ist aus der Bundesliga längst raus. Und doch hält der Klub einen Rekord, der wohl nur schwer zu brechen ist. Das Lied »10 kleine Jägermeister« passt optimal dazu.

In der Saison 1999/2000 spielten die Ulmer auswärts gegen Rostock. Der Schiedsrichter Fandel hatte an dem Tag viel zu tun, denn von den Ulmern durften ganze 4 Spieler vorzeitig mit Rot in die Kabine gehen. Markantester Spruch der Sportkommentare an dem Tag?

Die Spatzen fliegen. »Spatzen« ist der Kosename der Ulmer. Das Spiel ging übrigens 2-1 für Rostock aus.

Fazit - interessant oder kurios
Rund um den Fußball gibt es natürlich noch zig weitere Fakten, die recht unbekannt sind. Und natürlich hat jeder einzelne Fan seine ganz eigenen Fakten, die nämlich des bevorzugten Vereins. Die Kölner werden immer den Namen des Geißbocks kennen (Hennes, jetzt XI.), die Frankfurter den des Adlers (Atilla) und die St. Paulianer die echte Geschichte hinter dem Totenkopf erzählen können. Oder, warum die Gladbacher »Fohlen« heißen. Und manchmal ist es gar möglich, zu verstehen, warum es im Fußball zwischen Vereinen echten Hass gibt, obgleich keiner der jetzigen Fans so alt ist, die erste Auseinandersetzung mitbekommen zu haben.

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