Barça-Star rechnet ab :Gerard Pique: "Das Stadion sollte nach Messi benannt werden"

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Der FC Barcelona hat die Arbeitspapiere von Gerard Pique (bis 2024), Marc-Andre ter Stegen (2025), Clement Lenglet und Frenkie de Jong (beide bis 2026) langfristig verlängert und sich mit den Spielern auf einen temporären Gehaltsverzicht während der Corona-Pandemie geeinigt.

Die Zeitung SPORT aus Barcelona nennt nun Zahlen. Demnach bringt Gerard Pique das größte Opfer. Das Eigengewächs soll vorrübergehend auf 50 Prozent seines Gehalts verzichten, während ter Stegen, Lenglet und de Jong "nur" 30 Prozent abgeben.

Gerard Piques altes Arbeitspapier wäre 2022 ausgelaufen - und auch sein neuer Vertrag könnte dann enden. Wie bereits berichtet wurde, verlängert sich der Vertrag nur über 2022 hinaus, wenn Pique eine gewisse Anzahl an Spielen in der Vorsaison absolviert.

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SPORT hat nun in Erfahrung gebracht: Pique muss in der Saison 2021/2022 mindestens in 35 Prozent der Partien mitwirken. Ansonsten kann Barça den Deal für nichtig erklären. Ein Jahr später sieht es genauso aus.

Hintergrund


Pique selbst hat sich zudem der Sporttageszeitung zufolge eine einseitige Kündigungsklausel zum Ende jeder Saison einbauen lassen. Innerhalb Europas darf er aber dem Vernehmen nach nicht zu einem anderen Top-Klub wechseln.

Gerard Pique schießt gegen Barça-Bosse

Pique hat mit seiner Vertragsverlängerung dem Verein geholfen, in Corona-Zeiten das Gehaltsniveau herunterzufahren, gut zu sprechen auf Noch-Präsident Josep Maria Bartomeu ist das Vereins-Urgestein allerdings nicht.

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"Es ist empörend, dass der Verein Geld ausgegeben hat, um uns zu kritisieren", kritisiert Pique gegenüber LA VANGUARDIA die Geschehnisse rund um "Barça-Gate". Bartomeu habe ihm gegenüber zwar versichert, dass er von den Vorgängen nichts gewusst habe, aber der mutmaßlich Verantwortliche für die Schmutzkampagne, Jaume Masferrer, sei immer noch für den Verein tätig.

"Und das tut mir sehr weh. Ich sage es hier, weil ich es dem Präsidenten zuvor persönlich gesagt habe. Und was soll ich sagen? Es ist schmerzhaft? Ja. Kann ich noch etwas tun? Nein. Meine Beziehung zum Präsidenten mag herzlich sein, aber es gibt noch Dinge zu klären."

Barcelona hatte eine Million Euro für Socia-Media-Aktivitäten ausgegeben. Dabei sollte die Stimmung angeblich zu Gunsten von Bartomeu und gegen einige Meinungsführer in der Mannschaft und Gegner des Präsidenten gelenkt werden.

Ebenfalls kritisch sieht Pique die Drohung des Präsidiums, die Löhne der Stars einseitig zu kürzen, sollten sich einem Gehaltsverzicht während Corona nicht zustimmen.

"Jeder Spieler kann freiwillig ein Angebot des Vereins annehmen. Aber es ist ein Problem, wenn sie uns einseitig dazu verpflichten wollen. Ich bin damit überhaupt nicht einverstanden. Als Kapitän verteidige ich die Interessen des Teams. Die Umkleidekabine ist vereint, auch wenn die Medien sagen, dass die Stimmung in der Mannschaft kaputt ist."

Gerard Pique: Seit 2015 geht es mit Barça bergab

Über die schlechte Entwicklung der vergangenen Jahre spricht Pique ebenfalls Klartext. "Mit dem Triple 2015 haben wir den Himmel berührt. Seitdem ist der Verein gefallen, anstatt zu wachsen", so das harte Urteil des Innenverteidigers.

Die Entlassung Valverdes als Tabellenführer der Primera Division im Januar 2020 kritisiert der Ex-Nationalverteidiger ebenso wie den Umgang mit Lionel Messi. "Ich frage mich: Wie kann es sein, dass der beste Spieler der Geschichte, sich dazu gezwungen fühlt, ein Burofax (vergleichbar mit einem Einschreiben, Anm. d. Red.) zu senden, weil er das Gefühl hat, dass man ihm nicht zuhört", so der Abwehrchef. "Das ist schockierend. Was ist los? Leo hätte alles verdient. Man sollte das neue Stadion nach ihm benennen. Wenn ein Spieler dem Verein seit 16 Jahren so viel gibt, ist man verpflichtet, eine Einigung mit ihm zu erzielen."