Foto: Cosmin Iftode / Dreamstime.com

Geste der Höflichkeit:Ilkay Gündogan reagiert auf Kritik an Erdogan-Fotos

  • Fabian Biastoch Dienstag, 15.05.2018

Mit Mesut Özil und Ilkay Gündogan haben sich zwei deutsche Nationalspieler mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gezeigt.

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Die Kritik an beiden ist nun groß. Auch der DFB hat reagiert.

"Der DFB respektiert und achtet selbstverständlich die besondere Situation unserer Spieler mit Migrationshintergrund", twitterte DFB-Präsident Reinhard Grindel:

"Aber der Fußball und der DFB stehen für Werte, die von Herrn Erdogan nicht hinreichend beachtet werden. Deshalb ist es nicht gut, dass sich unsere Nationalspieler für seine Wahlkampfmanöver missbrauchen lassen."

Teammanager Oliver Bierhoff kündigte unterdessen eine Aussprache mit Mesut Özil und Ilkay Gündogan an.

"Die beiden waren sich der Symbolik und Bedeutung dieses Fotos nicht bewusst, aber natürlich heißen wir die Aktion nicht gut und besprechen das mit den Spielern", teilte der Europameister von 1996 mit.

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Dennoch gehe er davon, dass sich am Bekenntnis der Nationalspieler für das DFB-Team zu spielen nichts geändert habe.

Er hege "keine Zweifel an Mesuts und Ilkays klarem Bekenntnis, sich mit unseren Werten zu identifizieren".

Beide hatten Erdogan in einem Hotel in London getroffen und ihnen jeweils Trikots ihrer Vereine übergeben.

Auf Gündogans stand als Widmung "Mit großem Respekt für meinen Präsidenten". Mit Everton-Profi Cenk Tosun war ein weiterer deutsch-türkischer Profi dabei, der allerdings für die Türkei spielt.

Über die sozialen Medien wurden von dem Politiker, der sich derzeit im Wahlkampf befindet, die Bilder geteilt.

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Nicht nur, dass die Beziehungen zwischen Berlin und Ankara derzeit angespannt sind, sind auch der DFB und der türkische Verband Konkurrenten um die Ausrichtung der EM 2024.

Gündogan reagierte bereits und erklärte auch im Namen von Özil, dass es "nicht unsere Absicht war, mit diesem Bild ein politisches Statement abzugeben, geschweige denn Wahlkampf zu machen."

Der gebürtige Gelsenkirchener weiter: "Als deutsche Nationalspieler bekennen wir uns zu den Werten des DFB und sind uns unserer Verantwortung bewusst. Fußball ist unser Leben und nicht die Politik."

Der Besuch sei nicht sonderlich geplant gewesen, wegen der derzeit schwierigen Beziehungen beider Länder hätten sie davon nicht in den sozialen Medien berichtet.

"Aber sollten wir uns gegenüber dem Präsidenten des Heimatlandes unserer Familien unhöflich verhalten?", fragte der frischgebackene englische Meister.

"Bei aller berechtigten Kritik haben wir uns aus Respekt vor dem Amt des Präsidenten und unseren türkischen Wurzeln - auch als deutsche Staatsbürger - für die Geste der Höflichkeit entschieden", erklärte Gündogan.

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