Borussia Dortmund :"Heuchlerisch": BVB-Boss Watzke kontert Uli Hoeneß

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"Das ist ein bisschen heuchlerisch. Ehrlicherweise haben wir Mario Götze hier nicht ausgebildet, Mats Hummels und Robert Lewandowski nicht geholt, um damit Geschäfte zu machen", sagt Hans-Joachim Watzke im Podcast von Sandra Maischberger.

Der Geschäftsführer von Borussia Dortmund schließt an: "Sie haben sie uns weggeholt und natürlich auch dafür bezahlt - zumindest teilweise. Also insofern, das selbst zu leben und anschließend anzuprangern. Wenn Bayern München kommt und einem Spieler von uns das Doppelte und Dreifache bietet, gibt es bei uns ökonomische Grenzen. Aber es ist ja nicht nur Bayern, das kann auch Real Madrid sein oder Barcelona."

Nach Watzkes Einschätzung habe Uli Hoeneß einfach Spaß daran, zu attackieren. "Wenn er das hat, dann soll er das auch machen - von mir aus auch bis 90", so Watzke, "dann werden wir uns halt auch ab und zu in der Öffentlichkeit reiben. Ich brauche das nicht, ich habe auch nichts davon."

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Kurze Rückblende: Hoeneß wurde im August von der FAZ zur Transferpolitik des BVB befragt. Der Patriarch des FC Bayern betitelte diese daraufhin als "unklug". Talente aufzuspüren, sie auszubilden und teuer weiterzuverkaufen sei nicht der Weg, um die letzten zehn Prozent zu kriegen, meinte Hoeneß.

Hintergrund


Die Misswirtschaft trieb die Schwarz-Gelben Anfang der 2000er-Jahre an den Rand der Insolvenz. Denselben Fehler, so stellt es Watzke klar, wollen sie am Rheinlanddamm nicht noch einmal begehen.

"Einen Tod muss ich sterben: Entweder geht der Spieler dann weg oder aber ich muss mich dann irgendwann wieder so verschulden. Das haben wir doch alles gehabt", erinnert Watzke. "Wir haben doch schon einmal versucht, den Kampf mit Bayern München auch finanziell aufzunehmen und ein paar Jahre später waren wir tot. Das weiß er aber auch. Dafür ist er viel zu intelligent."