Real Madrid :Iker Casillas: "Ich habe Mourinho gesagt, dass ich es nicht für richtig halte..."

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Der Höhepunkt der ohnehin nicht gerade friedliebend daherkommenden Beziehung zwischen Iker Casillas und Jose Mourinho war dessen Degradierung in der Saison 2012/13 – und das während eines Zeitpunkts, in dem Casillas schon längst den Status als Vereinslegende innehatte.

Bei COLGAR LAS ALAS, einer Reihe des TV-Senders MOVISTAR+, spricht Casillas zunächst von einer "Hassliebe", die ihn und Mourinho umtrieb. Der sich selbst den Namen The Special One auferlegende Portugiese coachte die Blancos zwischen 2010 und 2013.

Hintergrund

Erst im finalen Jahr habe sich die Beziehung verschlechtert, meint Casillas. Mourinho habe ihm damals vorgeworfen, dass es ihm an Konzentration fehle, "er glaubte, ich spiele nicht gut", sagt der frühere Weltklasse-Torhüter.

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"Ich dachte, dass es vielleicht stimmt. Ich hatte zu der Zeit andere Dinge im Kopf, über die ich mir Sorgen gemacht habe", so Casillas, der allerdings nicht näher auf die damaligen Umstände eingeht. Mourinho setzte im Januar 2013 der eigentlichen Stammkraft dann Diego Lopez vor die Nase, der vom FC Sevilla unter Vertrag genommen wurde.

Casillas blieb trotz seiner misslichen Lage ruhig, ging nicht an die Öffentlichkeit. "Was sollten wir denn machen? Es in einen Zirkus verwandeln? Vielleicht hätte ich ihn mir vorknöpfen müssen und die Sache in seinem Büro besprechen sollen", sagt Casillas, der jedwede Aktionen dieser Art allerdings vermied.

Casillas übte Kritik an Mourinhos Attacke gegen Tito Vilanova

Ein Jahr nach Mourinhos Amtsantritt ist der erste tiefe Graben zwischen dem Trainer und seinem ehemaligen Keeper entstanden. Im Rückmatch der Supercopa gegen den FC Barcelona 2011 gingen Spieler und Trainer beider Mannschaften aufeinander los. Mourinho steckte seinen Finger in das Auge von Tito Vilanova (†45), der damals als Barças Co-Trainer beschäftigt war.

"Wir haben einen schrecklichen Eindruck hinterlassen", erinnert sich Casillas. Mourinhos Vorgehen bezeichnet der Iberer noch heute als "schäbig". Im Anschluss suchte er das persönliche Gespräch: "Ich habe ihm gesagt, dass ich es nicht für richtig halte, dass ein Trainer einem anderen Trainer ins Auge sticht."

Vorwürfe, er habe im Anschluss Internas aus der Kabine an die Presse getragen, weist er Jahre danach noch immer akribisch von sich. "Ich wurde für etwas beschuldigt, das ich nicht getan habe", so der inzwischen 39-Jährige, der Mourinho sein damaliges Verhalten längst nicht mehr nachträgt, was vor allem mit einer Nachricht nach seinem Herzinfarkt zusammenhängen dürfte.

"Mourinho war einer der Ersten, die sich erkundigten", so Casillas, "er rief mich an und wünschte mir das Beste. Das sind die kleinen Dinge, auf man Wert lege sollte. Andere Leute haben mehr aus der Feindseligkeit gemacht als wir."

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