Offene Worte :James gibt Einblicke in sein Seelenleben - und rechnet mit den Deutschen ab

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James Rodriguez steht bei Real Madrid auf dem Abstellgleis. Nur achtmal stand er in der vergangenen Saison in der Primera Division auf dem Feld. Eine Trennung zum Saisonende scheint beschlossen. Offen ist noch, wohin es James zieht.

"Ich würde auch gerne wissen, wohin ich gehe. Es gibt viele Klubs, die wegen der Corona-Krise nicht so viel Geld haben. Es können noch Tage oder Wochen vergehen, bis ich das weiß", erklärt James im Interview mit Daniel Habif über seine Zukunft.

Was ist dem Südamerikaner wichtig bei der Vereinswahl? "Ich möchte dort hingehen, wo ich spielen und glücklich sein kann und ich mich von jedem geliebt fühle".

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Geliebt fühlt sich James im Estadio Santiago Bernabeu schon lange nicht mehr. Das hat vor allem damit zu tun, dass Zinedine Zidane ihn links liegen lässt. Gefrustet von der geringen Spielzeit bat der Südamerikaner seinen Chefcoach darum, in den letzten Spielen der Saison nicht im Kader zu stehen.

Hintergrund


"Wenn ich ein schlechter Spieler wäre, würde ich das akzeptieren. Aber ich bin ein Mensch, der immer gewinnen und spielen will"

"Es ist frustrierend, nicht zu spielen. Ich weiß, dass ich die Voraussetzungen habe, um immer zu spielen. Aber ich kann es nicht tun, von daher ist es frustrierend. Wenn ich ein schlechter Spieler wäre, würde ich das akzeptieren. Aber ich bin ein Mensch, der immer gewinnen und spielen will."

Bei Atletico Madrid hätte James in der vergangenen Saison wohl deutlich mehr gespielt als beim spanischen Rekordmeister. Doch Real untersagte einen Wechsel des WM-Torschützenkönigs von 2014 ins Wanda Metropolitano. Die folgende Spielzeit bei Real war für James "eine der größten Enttäuschungen in meiner Karriere", so der 29-Jährige.

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Weitergehen könnte es für James in der Premier League, nachdem Atletico Madrid sein Werben offiziell beendete. Rekordmeister Man United soll Interesse bekunden.  James scheint nicht abgeneigt: "Ich war schon in einigen guten Ligen, jetzt fehlen nur noch Italien und die Premier League. Man muss sehen, wohin ich gehen möchte und wohin man mich gehen lassen will. Nach England zu gehen, wäre etwas Gutes."

"Die Deutschen denken immer nur an die Arbeit" - James war in Deutschland unglücklich

Von 2017 bis 2019 hatte James in der Bundesliga gespielt. Doch beim FC Bayern wurde der Südamerikaner privat nicht glücklich. Die Probleme: Die Sprache, das Wetter und die Mentalität der Deutschen.

"Es gab Tage, da bin ich um 9 Uhr morgens in die Arbeit gegangen und es waren -28 Grad. Da habe ich mich gefragt: 'Was mache ich eigentlich hier?'", gibt der kolumbianische Nationalspieler ehrlich zu: "Die Deutschen sind kalte Leute."

Und weiter: "Sie denken immer nur an die Arbeit. Sie sind wie Maschinen, das ist der Wahnsinn. Sie kommen an, sie trainieren und Tschüss. Jeder lebt sein Leben und trainiert, jeder ist seine eigene kleine Maschine. Wirklich unglaublich."

Am deutschen Rekordmeister lag James Unzufriedenheit nicht. Er sei bei Bayern München fantastisch behandelt worden, erklärte James. Dennoch bat er die Münchner Bosse, auf ihre Kaufoption zu verzichten.

Probleme hätten ihm auch die Sprache bereitet, berichtet James: "Ich habe dem Lehrer, den ich in den ersten vier Monaten hatte, gesagt: 'Ich will weder meine noch deine Zeit verschwenden. Ich will das nicht."

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