Flammender Appell :Jürgen Klopp übt harte Kritik - Guardiola stimmt mit ein

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Während in den restlichen europäischen Topligen weiterhin fünfmal ausgewechselt werden darf, kehrte die Premier League vor Start der neuen Saison zum alten Modus zurück. Jürgen Klopp hatte schon vor Längerem Kritik an dieser Entscheidung geübt. Nach dem 1:1 im Topspiel gegen Manchester City legte der Cheftrainer des FC Liverpool den Finger erneut in die Wunde.

Der 53-Jährige berichtete von einem Treffen mit Paul Molnar, dem Director of Broadcasting der Premier League. In jener Unterredung hatte ihm der Ligaverantwortliche mitgeteilt, dass die Entscheidung nicht mehr rückgängig gemacht werden könne.

"Lassen Sie es mich so sagen", legt Klopp los. "Wir haben das letzte Mal nach der Länderspielpause um 12.30 Uhr gegen Everton gespielt." Einige seiner Spieler seien zuvor für Brasilien in Peru unterwegs gewesen. So eine Ansetzung sollte nicht passieren, mahnt Klopp, der nachfügt, die Notwendigkeit des Fernsehens zu 100 Prozent zu verstehen.

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Die Premier League müsse aber mehr auf die Bedürfnisse der Spieler eingehen. "Alles hat sich geändert, bis auf den Spielplan. Normalerweise haben wir alle in der Saison einen Oktober, einen November und dann einen sehr, sehr kniffligen Dezember", so Klopp. "In diesem Jahr ist der Oktober wie ein Dezember, der November wie der Dezember und der Dezember ist immer noch wie ein Dezember."

Hintergrund


Seitdem Liverpool Mitte September zum ersten Mal in der Premier League aktiv war, mussten Klopp und Co. 13 Pflichtspiele absolvieren. Hinzu kamen, wie vom Teammanager der Reds erwähnt, die Länderspielreisen seiner Akteure.

"Man kann die Spieler nicht auf diese Weise fit halten. Es geht nicht um uns. Es geht um die Ansetzungen. Wir waren uns alle einig, ich habe heute gesprochen", so Klopp. "Wir müssen noch einmal über die fünf Auswechslungen sprechen. Wenn 14 Mannschaften sagen, dass das nicht geht, dann lassen Sie uns fünf Auswechselungen machen, wenn die besten Sechs gegeneinander spielen."

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Im Anschluss daran holte der Liverpooler Coach zusätzlich zur Premier League die Fernsehanstalten wie Sky oder BT ins Boot. "Wir müssen reden. Wir können mit dieser Situation nicht so umgehen, wie wir es bisher immer getan haben", so Klopps Appell. Ligaboss Richard Masters bekam ebenfalls sein Fett weg. "Nach meinem Verständnis ist es ein Mangel an Führung", fügte er hinzu.

Klopp weiter: "In allen anderen Ländern ist es so und hier wollen wir mit nur drei Auswechselungen ein bisschen mehr Spaß am Wettbewerb haben. Das ist wirklich unglaublich. Wir müssen wieder miteinander reden. Deshalb sage ich, dass es ein Mangel an Führung ist, da Richard Masters es meiner Meinung nach völlig falsch verkauft hat. Es ist die einzige große Liga, in der man nur drei Ersatzspieler hat."

Pep Guardiola stimmt Klopp zu

Pep Guardiola stimmte während der Pressekonferenz in den von Klopp angestimmten Chor ein. "Dieser Kalender stammt von vor einem Jahr, und ich werde fordern, dass Ersatzspieler zurückkommen, sonst wird es schwierig sein, ihn aufrechtzuerhalten", so der ManCity-Trainer.

Mit Klopp selbst habe er sich nach dem Spiel über diese Thematik bereits ausgetauscht. "Ich verstehe nicht, dass es überall auf der Welt fünf Auswechslungen sind und hier in England genau das Gegenteil der Fall ist. Ich verstehe nicht, warum die Leute diese Entscheidung getroffen haben, wo Sie doch die Spieler schützen müssen", so Guardiolas Kritik.