Fehlstart beim FC Bayern :Leroy Sane muss sich deutliche Worte anhören

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Foto: Sven Simon / imago images
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"Das kannte ich so nicht", sagte Leroy Sane am Samstag, nachdem er beim Topspiel in Leverkusen (2:1) erst in der 32. Minute eingewechselt wurde und in der 68. Minute das Feld schon wieder verlassen musste.

So richtig angekommen beim FC Bayern ist der 50-Millionen-Zugang noch nicht. Das weiß auch Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, der im DOPPELPASS auf SPORT1 Verständnis dafür aufbrachte, dass Sane über das Vorgehen Hansi Flicks am Samstagabend nicht wirklich begeistert war.

"Der liebe Gott hat ihm unglaubliche Talente gegeben", sagte Rummenigge, fügte dann aber Kritik an dem deutschen Nationalspieler an. Er sei noch nicht in diesem "FC-Bayern-Gen" angekommen, meinte der Münchner Manager.

"So wie Thomas Müller, der war mein Held gestern. Ist rauf und runter marschiert, vom Talent aber nicht so behütet, wie Leroy. Daran muss er arbeiten. Das ist seine Aufgabe", sagte Rummenigge.

Dass Sane eine gewisse Zeit braucht, um auf sein altes spielerisches Level zu kommen, war zu erwarten. Bevor der 24-Jährige nach München übersiedelte, fiel er aufgrund eines Kreuzbandrisses fast ein Jahr aus.

Hintergrund


Man habe alles dran gelegt, dass er zum FC Bayern komme, meinte Rummenigge, der klar zum Ausdruck brachte: "Wir fördern jeden Spieler, aber wir fordern auch. Das muss er verinnerlichen und die Mannschaft unterstützt ihn dabei." Sane müsse den nächsten Schritt machen, er müsse seinen Charakter an den FC Bayern anpassen.

Rummenigge weiter: "Dieser Charakter ist: Du verzeihst alles, aber Du musst den Eindruck machen, dass Du alles in die Waagschale wirfst, um als Sieger vom Platz zu gehen. Das wird er lernen müssen."

In acht von 16 Pflichtspielen wurde Sane in der Münchner Startelf aufgeboten, insgesamt steuerte er fünf Tore und drei Vorlagen bei. Dem traditionell hohen Anspruchsdenken an der Säbener Straße wurde der Essener damit noch nicht gerecht. Rummenigge ist trotz Sanes durchwachsenem Start aber vom Durchbruch des Nationalspielers überzeugt.

"Ich glaube, dass er eine große Zukunft beim FC Bayern haben kann. Wir sind bereit ihm zu helfen, ihn zu fördern", sagte Rummenigge, der eine Forderung hinterher schob: "Aber er muss auch sich selbst fordern, da hin zu kommen wo er hin kann. Dabei werden wir ihm wenn nötig auch in den Hintern treten."