"Er hat sein Wort nicht gehalten" :Lionel Messi bleibt bei Barça - Attacke auf Präsident Bartomeu

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Lionel Messi bleibt dem FC Barcelona trotz seines geäußerten Abschiedswunschs treu. "Ich werde im Verein bleiben, weil der Präsident mir gesagt hat, dass der einzige Weg zu gehen darin besteht, die 700-Millionen-Ausstiegsklausel zu bezahlen. Dass ist unmöglich. Ich hätte rechtliche Schritte gehen müssen, aber ich würde niemals gegen Barça vor Gericht ziehen, weil es der Verein ist, den ich liebe", sagte Messi im Interview mit GOAL (via MUNDO DEPORTIVO).

Barcelona sei der Verein seines Lebens. "Er hat mir seit meiner Ankunft alles gegeben. Ich habe mein Leben hier verbracht. Barça hat mir alles gegeben und ich habe Barça alles gegeben", so der sechsfache Weltfußballer weiter.

"Ich wollte gehen und es war mein Recht, weil der Vertrag besagte, dass ich gehen darf"

Nichtsdestotrotz wollte er Barça verlassen, weil er "daran dachte, meine letzten Fußballjahre glücklich zu verbringen", führte Messi aus. Der gebürtige Argentinier sieht sich weiterhin im Recht.  "Ich wiederhole: Ich wollte gehen und es war mein Recht, weil der Vertrag besagte, dass ich gehen darf", so der 33-Jährige.

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Barcelona hatte Messi bei der Vertragsverlängerung bis 2021 zugestanden, zu jedem Saisonende ablösefrei gehen zu können. Doch Barça-Präsident Josep Maria Bartomeu bestand darauf, dass die Klausel, die Messi diesen Schritt ermöglicht, am 10. Juni ausgelaufen ist.

Hintergrund


"Der Präsident hat am Ende sein Wort nicht gehalten"

Messi greift den Präsidenten nun frontal an und unterstellt ihm Wortbruch. "Ich habe dem Verein, vor allem dem Präsidenten, gesagt, dass ich gehen möchte. Ich habe es ihm das ganze Jahr erzählt. […] Ich glaubte, dass der Verein mehr junge Leute braucht. Ich dachte, meine Zeit in Barcelona sei vorbei. […] Ich sagte es dem Präsidenten und der Präsident sagte immer, dass ich am Ende der Saison entscheiden könne, ob ich gehen oder bleiben möchte, und am Ende hat er sein Wort nicht gehalten."

Messi spricht weiter Klartext: "Jetzt klammern sie sich an die Tatsache, dass ich es nicht vor dem 10. Juni gesagt habe. Aber wie sich herausstellte, waren wir am 10. Juni wegen diesem beschissenen Virus und dieser Krankheit, die alle Daten verändert hat, noch im Kampf in den Wettbewerben."

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Es sei generell eine schwierige Saison gewesen. "Irgendwann dachte ich an neue Ziele, eine Luftveränderung. Das lag nicht am Champions-League-Ergebnis gegen die Bayern. Ich habe lange darüber nachgedacht."

Enttäuscht zeigt sich La Pulga von der Unterstellung, er ihm wäre der Verein egal und er werde notfalls klagen. "Es tat mir weh, als meine Liebe zu diesem Verein in Frage gestellt wurde. Egal was passiert, meine Liebe zu Barça wird sich nie ändern."

"Jedes Jahr hätte ich gehen können und mehr Geld verdienen als in Barcelona"

Vor allem der Vorwurf, ihm gehe es ums Geld, tut Messi weh. "Ich habe den Verein immer über alles andere gestellt. Ich hatte oft die Möglichkeit, Barça zu verlassen. Jedes Jahr hätte ich gehen können und mehr Geld verdienen können als in Barcelona."

Viel wichtiger ist Messi das sportliche Projekt. Die Fehlentscheidungen des Vorstands vor allem in der Personalpolitik der vergangenen Jahre und die fehlende Konstanz auf dem Posten des Sportdirektors seit Zubizarretas Aus Anfang 2015 haben bei Messi Spuren hinterlassen.

"Es gibt seit länger Zeit kein Projekt mehr. Sie stopfen Löcher"

Messi: "Ich habe immer gesagt, ich will bleiben und Erfolge feiern. Die Wahrheit ist, dass es seit langer Zeit kein Projekt mehr gibt. Sie jonglieren und stopfen Löcher. Und die Zeit verstreicht."

Messi wollte weg und teilte seinen Wunsch per elektronischem Einschreiben mit. Warum? Der Superstar: "Das Burofax sollte es offiziell machen, dass ich gehen wollte. Das ganze Jahr über habe ich es Bartomeu gesagt, aber es hieß immer nur: 'Wir werden reden, nein, dies und das'. Es ging nicht darum, ein Chaos zu verursachen oder gegen den Verein vorzugehen, sondern darum, es offiziell zu machen, weil ich Entscheidung getroffen hatte."

Seinen Abschiedswunsch hat La Pulga nicht leichtfertig getroffen. Der Entschluss sorgte in der Familie Messi mit Frau Antonella und den drei Kindern für große Trauer. "Als ich es meiner Frau und meinen Kindern mitteilte, war es ein Drama. Die ganze Familie weinte, meine Kinder wollten Barcelona nicht verlassen", führt der Südamerikaner aus.

Nun bleibt Messi Barcelona zumindest bis 2021 treu. Unter Ronald Koeman will La Pulga "sein Bestes geben, um erfolgreich zu sein", auch um den Menschen durch Siege und Widmungen dabei helfen "dieses schreckliche Virus" zu vergessen.

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