:Lionel Messi schießt die Schweiz ab

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Foto: Celso Pupo / Shutterstock.com
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Argentiniens Trainer Alejandro Sabella ließ mit einem klassischen 4-4-2 spielen. Lionel Messi stürmte zusammen mit Sergio Agüero. Somit spielte Argentinien nicht mit klassischen Strafraumstürmern. In der Abwehr vertraute Sabella Neapels Rechtsverteidiger Campagnaro, der mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machte. In der Innenverteidigung spielten Garay und Fernández, links durfte Manchester City`s Zabaleta ran. Im Vierer-Mittelfeld wurden Sosa, Mascherano, Braña und Maxi Rodriguez aufgestellt. Ottmar Hitzfeld ließ seine Schweizer mit einigen Bundesliga-Legionären in einem 4-2-3-1 auflaufen.

In der vierten Minute gab es bereits die erste Gelegenheit für Argentinien. Lionel Messi schoss kurz vor dem Strafraum einen Freistoß, der aber über die Latte flog. Die Schweizer störten schon früh ab dem Mittelfeld, sodass Argentinien zunächst mit langen Bällen operieren musste. In der ersten Viertelstunde waren es die Schweizer, die mehr Ballbesitz hatten. Lionel Messi sorgte dann in der 16. Minute für Gefahr und steckte zu Agüero durch, der jedoch sehr knapp im Abseits stand.

Hintergrund

In der 19. Minute gelang den Argentiniern der erste herausgespielte Angriff, der direkt zum Tor durch den dreifachen Weltfußballer Lionel Messi führte. Messi startete ein Solo, spielte einen Doppelpass mit Agüero, und schloss den sehenswerten Angriff mit einem flachen Schuss ab der Mitte der Strafraumgrenze in die rechte Ecke ab. Nach dem Führungstreffer übernahm Argentinien zunehmend die Kontrolle über die Partie, ohne viele Chancen zu kreieren. In der Offensive sorgte Lionel Messi einige Male für weitere Gefahr.

Ein Distanzschuss von Ricardo Rodriguez war die erste richtige Chance für die Schweiz in der 38. Minute. In der 42. Minute schoss dann Granit Xhaka nach einer Flanke von Shaqiri knapp über das Tor. Auf der Gegenseite wurde kurz darauf ein Schuss von Lionel Messi aus kurzer Distanz geblockt.

Die erste Hälfte war insgesamt wenig ansehnlich, es gab kaum Chancen auf beiden Seiten. Lediglich Lionel Messi und Sergio Agüero sorgten auf Seiten der Argentinier mit Spielwitz für Torgefahr.

In der Halbzeitpause tauschte Ottmar Hitzfeld den Torhüter Benaglio für Wölfli und Leverkusens Derdiyok für Frei. Bei den Argentiniern kam Fernando Gago für Rodrigo Braña.

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag. In der 48. Minute ergab sich eine hervorragende Konterchance für die Gauchos. Agüero zündete den Turbo, wurde aber vom letzten Mann gefoult. Zu Unrecht pfiff der Schiedsrichter nicht ab. Es ergab sich somit direkt ein Gegenkonter, der zum Ausgleich führte. Shaqiri drosch die Kugel ins Netz, nachdem eine flache Flanke an der gesamten argentinischen Abwehr vorbeirollte.

Das Spiel gewann nach dem Ausgleich an Schwung. Lionel Messi hatte in der 56. Minute wieder die Führung auf den Fuß, zögerte jedoch zu lange. In der 60. Minute zog Gago aus 20 Metern ab, der Ball landete direkt in die Arme von Wölfli. Messi steckte in der 63. Minute zu Maxi Rodriguez durch, der aber im Strafraum nichts mit dem Ball anzufangen wusste.

Hitzfeld nahm in der 65. Minute eine weitere Auswechslung vor, Dzemaili musste das Feld für Stocker verlassen. Eduardio Salvio von Atletico Madrid kam dann für den schwachen Maxi Rodriguez in die Partie. Die nächste Chance in der Partie ergab sich in der 74. Minute. Torwart Wölfli lenkte einen Schuss von Agüero aus 7 Metern über die Latte. Die Ecke wurde aus Sicht der Schweizer brandgefährlich, als der Ball von Garay knapp über den Querbalken geköpft wurde. Die Schweizer versuchten es danach vergeblich mit Distanzschüssen, spielten aber auf Sieg.

Real Madrids Gonzalo Higuain kam in der 80. Minute für den früheren Bayern-Spieler Ernesto Sosa. Salvio scheiterte nach einem Pass von Lionel Messi am Torhüter. In der 83. Minute hatte die Schweiz eine gute Möglichkeit, in Führung zu gehen. Derdiyok zielte am Tor vorbei und verletzte sich unglückerweise beim Schuss. Für den Leverkusener ganz bitter, denn diese Saison wird er immer wieder von Verletzungen heimgesucht. Noch steht nicht genau fest, was er hat.

In der 87. Minute war es einmal mehr Superstar Lionel Messi, der den Unterschied machte. Nachdem die Schweizer in der eigenen Hälfte den Ball verloren, konnte nichts und niemand Argentiniens Wirbelwind aufhalten, der Senderos ins Leere laufen ließ und den Torhüter eiskalt überlupfte. In der Nachspielzeit wurde Higuain nach einem Konter im Strafraum zu Fall gebracht, was zum Elfmeter führte. Kapitän Lionel Messi schoss halblinks in die Ecke und machte somit seinen Hattrick. Von Javier Mascherano war übrigens nicht viel zu sehen, er machte aber eine fehlerfreie Partie.

Die zweite Hälfte war wesentlich unterhaltsamer. Beide Mannschaften riskierten mehr, wobei die Argentinier deutlich kompakter standen. Das scheint auch die Handschrift von dem neuen Coach Alejandro Sabella zu sein. Anders als sein Vorgänger Sergio Batista legt er nicht sehr viel Wert auf Ballbesitz und wählt nun eine Variante, die mehr auf Kompaktheit und das Kontern gerichtet ist. Argentinien konnte spielerisch kaum überzeugen, war bei den Angriffen zu unkonzentriert und verlor so viel zu schnell den Ball. Wenn es gefährlich wurde, dann nur über Lionel Messi und Sergio Agüero, die mit ihrer individuellen Klasse oder blitzschnellen Kontern für Gefahr sorgten und somit auch das Spiel entschieden. Das Mittelfeld der Argentinier erfüllte ihre Defensivaufgaben gut, im Spielaufbau fehlte es aber an Kreativität. Nach dem Ausgleichstreffer konnte Argentiniens Mannschaft die Schweizer nur ansatzweise unter Druck setzen. Die individuelle Klasse war für den Ausgang der Partie ausschlaggebend.

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