Ärger bei Interview :Liverpool-Coach stinksauer: Vulkan Jürgen Klopp bricht aus

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Es strömte nur so aus Jürgen Klopp. Acht Minuten hatte das BT SPORT-Interview nach dem 1:1 des FC Liverpool bei Brighton & Hove Albion gedauert. Zum ersten Mal schäumte Klopp über, als Reporter Des Kelly den Liverpooler Trainer nach dem strittigen Elfmeter für Brighton fragte, den Pascal Groß in der Nachspielzeit zum Ausgleich verwandelte.

"Sehen Sie, jetzt versuchen Sie schon wieder, auf meine Kosten eine Schlagzeile zu erschaffen - genau das tun Sie. Schauen Sie nicht so, Sie versuchen es immer, jedes Mal! Heute sage ich, es war ein Elfmeter, und Ihnen gefällt diese Antwort nicht. Was wollen Sie hören? Geben Sie sich die Antwort doch einfach selbst", so Klopp laut KICKER.

Hintergrund

Nachdem Kelly weitere Fragen zum Spielverlauf stellte und Klopp einigermaßen sachlich antwortete, brach es erneut aus dem Stuttgarter heraus. Pikiert gab sich der LFC-Coach auf die Nachfrage, ob sich der ausgewechselte James Milner am Oberschenkel verletzt habe.

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Foto: Oleksandr Osipov / Shutterstock.com

Klopp legte los: "Ja, herzlichen Glückwunsch!" - "An mich persönlich?" - "Nein, aber Sie arbeiten für die. Oberschenkel. Überraschung. Und sie (Brighton, d.Red.) hatten auch Verletzte. Aber fragen Sie Chris Wilder, wie wir das verhindern können." Der Übungsleiter von Sheffield United hatte zuletzt kritische Worte an Klopp gerichtet und diesem Egoismus vorgeworfen, weil er sich permanent für die Rückkehr zu fünf Auswechslungen in der Premier League einsetzt.

BT SPORT hatte für den Samstag Liverpool, das noch am Mittwoch in der Champions League im Einsatz war, eine Partie um 13.30 Uhr verpasst. Genau über Ansetzungen solche Art hatte sich Klopp unlängst ausgelassen. Da Kelly wieder und wieder dagegenhielt, kam es zu einem verbalen Scharmützel.

"Ich bin mir ganz sicher, dass Sie gefeiert werden, weil Sie so hartnäckig drangeblieben sind, großartig!", verhöhnte Klopp den Reporter. "Ich weiß nicht, wie oft ich es noch sagen muss: Sie haben den 12.30-Uhr-Anstoß (englischer Zeit, d.Red.) gewählt. Sie! Wenn auch nicht Sie persönlich. Das ist einfach sehr, sehr gefährlich für die Spieler", so Klopp.

Liverpools Meistertrainer in Rage. Jetzt war Wilder dran: "Er sagt, ich sei egoistisch, aber ich denke, alles, was er sagt, zeigt, dass er egoistisch ist." Die Mehrheit der Premier-League-Trainer hätte sich vor Kurzem bei einem Treffer für die Rückkehr zu fünf Auswechslungen ausgesprochen. Diese war vor Beginn der Saison nicht zustande gekommen. "Aber seitdem ist nichts passiert", beschwert sich Klopp.

Der 53-Jährige erinnert an seine Zeit bei Mainz 05, mit dem er auch im Abstiegskampf (wie Sheffield) gesteckt hatte. Laut Klopp gehe es bei fünf Auswechslungen weder um taktische Gründe noch um die Vorteile für Klubs mit großen Kadern.

"Hätte ich heute fünfmal wechseln können, hätte ich 'Robbo' (Andy Robertson, d.Red.) 100-prozentig ausgewechselt. Nicht um unser Spiel besser zu machen, sondern um 'Robbo' zu schützen!", so Klopp.

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