Manchester City :Ex-Guardiola-Co-Trainer: "Auch Pep macht Fehler. Dennoch ist er ein Genie"

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Mit 1:3 unterlag Manchester City in der Vorsaison Olympique Lyon im Viertelfinale der Champions League. Der Traum vom erstmaligen Gewinn des Henkelpotts zerplatzte jäh. Der Hauptschuldige war mit Pep Guardiola schnell gefunden.

Der City-Cheftrainer setzte gegen OL nicht wie gewöhnlich auf einen Vierer-Abwehrblock, sondern stellte auf eine Dreierkette um. Es war nur eine von vielen Maßnahmen, die in der Außenwahrnehmung nicht wirklich logisch erschienen. Guardiola sei zu verkopft, hieß es damals.

Hintergrund

"Es war Pech. Raheem Sterling hat aus wenigen Metern das leere Tor nicht getroffen. Soll daran jetzt etwa der Trainer schuld sein? Nein", erklärt Guardiolas langjähriger Co-Trainer Domenec Torrent bei SPOX und GOAL. "Auch Pep macht Fehler. Dennoch ist er ein Genie."

Domenecs Empfinden nach wollten viele, dass Guardiola vorzeitig scheitert. Es liege in der Natur des Menschen, Genies scheitern sehen zu wollen. "So war es auch bei Musikern wie Mozart. Die Leute haben sich daran ergötzt, ihn zu kritisieren, wenn er einen Fehler gemacht hat, weil er so selten Fehler gemacht hat", zieht Domenec einen Vergleich. "Ähnlich ist es mit Pep."

Domenec assistierte Guardiola während dessen Stationen beim FC Barcelona, dem FC Bayern und von 2016 bis 2018 auch bei Manchester City. Danach wollte sich Domenec Meriten als Cheftrainer verdienen, wurde beim New York City FC und Flamengo Rio de Janeiro aber schon nach wenigen Monaten entlassen.

Er kenne Guardiola gut und sei sich deshalb sicher, dass dieser mit der Kritik umgehen könne. Und auch wenn dem Katalanen der dritte Titel in der Champions League verwehrt bleiben sollte, würde es laut Domenec nichts an Guardiolas brillanter Trainerkarriere ändern.

"Er wird in 20 Jahren, wenn er mit seiner Familie zu Hause sitzt und bei einem Wein auf seine Karriere zurückblickt, glücklich und zufrieden sein", sagt Domenec, der aber anfügt: "Trotzdem hoffe ich, dass er diesen Titel gewinnt. Er hat ihn verdient. Kein Genie sollte unbelohnt bleiben."

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