Rückblick auf 2014 :Mario Götze erinnert sich an den Vergleich mit Lionel Messi


Kurz vor seiner Einwechselung beim WM-Finale 2014 hat Bundestrainer Joachim Löw Mario Götze mit einem Messi-Vergleich Mut zugesprochen. Im Nachhinein hat es wenig geholfen.

  • Fabian BiastochDonnerstag, 23.05.2019
Foto: AGIF / Shutterstock.com
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Die reguläre Spielzeit war beinahe abgelaufen, als der heute 26-jährige Mario Götze vor fünf Jahren beim WM-Finale in Brasilien gegen Argentinien eingewechselt wurde.

Der Bundestrainer hatte ihm "Zeig' der Welt, dass du besser bist als Messi!" als Motivation mit auf den Weg gegeben.

Dass es die richtigen Worte für den Spielausgang waren, zeigte Mario Götze in der Nachspielzeit mit seinem Siegtreffer.

Doch für den Liga-Alltag in München waren die Worte im Nachhinein nicht glücklich, verriet der heutige Dortmunder in der PLAYERS TRIBUNE.

"Es gab schon so viel Druck bei Bayern. Der Vergleich war nicht das Beste für mich – mit 22."

Dennoch weiß der Offensivspieler um die Wichtigkeit und historische Bedeutung seines Treffers. "Mein Tor schaut man noch in 100 Jahren."

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Danach ging es aber hoch und runter in seiner Laufbahn. Nach seinem Wechsel zu den Bayern musste sogar die Polizei vor dem elterlichen Haus patrouillieren, damit nichts passiert.

"Wenn man die Medien gehört hat, war ich ein Judas, ein Held, eine Enttäuschung, dann raus aus dem Fußball. All das in nur vier Jahren", blickte Götze zurück.

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Sein heftig kritisierter Wechsel zum FC Bayern ließ aber nicht nur die Polizei auffahren, sondern drang bis ins intimste Privatleben vor.

"Mein jüngerer Bruder war 14 und wurde in der Schule gestellt. Die Leute sagten Dinge zu meiner Mutter. Meine Familie wurde im Internet bedroht. Das zu durchleben war unglaublich, besonders, weil das unser Zuhause war. Ich musste im Sommer wegziehen, aber meine Familie musste in Dortmund bleiben, dort leben. Das war die schwerste Zeit in unserem Leben", verriet Götze.

In München wurde er dann auch nicht glücklich, wenn er auch "viel von Pep Guardiola gelernt hat" und deshalb seine Zeit beim deutschen Rekordmeister nicht als verloren verstehen will.

Besondere Erwähnung fand auch Jürgen Klopp, der ihn einst entdeckt und gefördert hatte.

"Ich werde nie vergessen", so Götze über den heutigen Liverpooler Coach, "als ich ihn im Sommer in Düsseldorf getroffen habe. Er war auf dem Weg zu einem Spezialisten für Haartransplantationen. Ich habe nie einen Trainer getroffen, der so natürlich witzig war."

Und weiter: "Es war eine große Nachricht in Deutschland, aber er witzelte darüber. Er lachte, erzählte mir wie cool es aussehen wird. Und als er ging, zwinkerte er mir zu und sagte: Keine Sorge Mario, ich speichere die Nummer. (...) In einigen Jahren könntest du sie brauchen."

Inzwischen ist Mario Götze auch bei Borussia Dortmund wieder angekommen und gehört zu Stammelf.

Sein Vertrag soll Medienberichten zufolge bald vorzeitig verlängert werden.

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