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Michael Zorc :»Die Quote sollte schon stimmen

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Foto: Fingerhut / Shutterstock.com
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Der ehemalige Dortmunder Profi gab zu, dass nicht jeder Transfer so gesessen hat, wie man es sich zuerst gewünscht hatte.

"100 Prozent" schaffe man nie, "aber die Quote sollte schon stimmen", sagte Michael Zorc in der Sport Bild: "Am Ende handelst du im Fußball allerdings nie nach Sicherheiten, sondern nur nach Wahrscheinlichkeiten."

Man müsse als Verantwortlicher einen guten Riecher haben, aber eben auch etwas mehr. Die Entscheidungen müssten mehrheitlich getroffen werden.

"Und das über einen längeren Zeitraum", betonte der BVB-Sportdirektor: "In dieser Saison haben nicht alle Entscheidungen zu 100 Prozent gesessen - ganz klar."

Davon ausnehmen will Zorc aber ganz klar den oft in den Medien kritisierten Ciro Immobile. "Es ist viel zu früh, um ein Urteil zu fällen - wie bei allen anderen Neuen auch", stärkte er dem Italiener den Rücken.

"Ich hätte mal gerne gewusst, wie Sport Bild Robert Lewandowski oder Ilkay Gündogan, der anfangs sogar auf der Tribüne saß, nach neun Monaten bewertet hätte. Das hätte auch nicht so positiv geklungen. Ich lehne es komplett ab, dass man aus unseren Neuzugängen Sündenböcke macht."

Man bewerte in Dortmund die Spieler "nicht nach neun Monaten". Zudem hätten die Probleme in der missratenen Hinrunde mit Platz 18 zur Winterpause keineswegs nur an den Neuzugängen gelegen.

"Das würde ja bedeuten, dass alle, die vorher da waren, permanent Top-Leistungen abgerufen hätten. Das ist nachweislich nicht der Fall gewesen."

Dennoch will der Revierklub im Sommer noch einmal personell nachlegen. "Es ist richtig, dass wir nach der Saison unsere Gesamtsituation betrachten werden, aber auch jeden einzelnen Spieler", erklärte Zorc.

"Dabei kann es zu der einen oder anderen Veränderung kommen, die wahrscheinlich sogar sinnvoll gibt. Wenn wir nicht international spielen sollten, ist unser Kader sicher zu groß. Dann muss schon rein zahlenmäßig was passieren."

Aber erst einmal will er genau das verhindern und noch die Europa League erreichen. "Wir sollten ein Auge auf die internationalen Plätze haben, auch die Europa League ist ein lohnenswertes Ziel", forderte Zorc: "Wir wollen jedes Jahr international präsent sein."

Da dies nach der Hinrunde für das kommende Jahr sehr gefährdet war, wurde bereits damals jeder Stein umgedreht.

"Wir haben im Februar als Tabellenletzter die Ampeln komplett auf Rot gestellt. Da ging es erst mal nur darum, den Worst Case zu vermeiden", beschrieb Zorc die internen Diskussion.

"Es gab keine Erbhöfe mehr, keine Verdienste. Da musste jede Denkrichtung erlaubt sein, weil so etwas eigentlich nicht passieren darf."

Eigentlich darf es in der Tat nicht passieren, doch es kam soweit, dass auch Meistertrainer Jürgen Klopp ratlos schien. An ihm wird bei Schwarz-Gelb aber nicht gezweifelt.

"Jürgen ist energiegeladen und ambitioniert, diese desaströse Hinrunde zu reparieren, und will wieder angreifen", setzt Zorc alles auf die Karte Klopp.

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