WM-Rekordtorschütze :Miroslav Klose kritisiert heutige Generation


Miroslav Klose wurde als Mittelstürmer 2014 in Brasilien Weltmeister. Die heutige Generation von jungen Fußballern schmeckt ihm gar nicht – dabei trainiert er sie selbst.

  • Fabian BiastochMontag, 29.07.2019
Foto: CP DC Press / Shutterstock.com
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Seit über einen Jahr steht Miroslav Klose bei der U17 des FC Bayern an der Seitenlinie. Einen kommenden Star oder gar Weltmeister habe er aber noch nicht in seinen Reihen entdeckt, gab der WM-Rekordtorschütze zu.

"Die Charaktere ändern sich alle fünf bis sieben Jahre, die jungen Spieler sind oft zu schnell satt. Sie müssen wieder Spaß am Fußball bekommen", erklärte er im KICKER.

Und Miroslav Klose legte noch nach: "Manchmal wirken sie derart gestresst, mit Schule und vielem mehr, dass sie – so mein Eindruck – nur zum Training kommen, weil sie es müssen. Ich habe viel Kontakt zu Ex-Profis, die heute Trainer oder sonst im Fußball tätig sind. Sie bestätigen, dass die heutige Generation diese Einstellung, die bei uns normal war, nicht mehr hat, bis auf wenige Ausnahmen. Diese Leidenschaft, dieses Herz vermisse ich. Sie gehört zum Gesamtpaket neben Talent, Physis, Athletik."

Auch berichtet der heute 41-Jährige, dass die Berater und die Eltern der jungen Spieler ihre Schützlinge schon als kommende Ronaldos, Messis oder Neymars sehen. Die Jungs davon aber Lichtjahre entfernt sind.

"In Elterngesprächen habe ich manchmal den Eindruck, da wird über einen anderen Sohn gesprochen als über den, den ich tagtäglich im Training habe", holte Klose die Erwachsenen hart auf den Boden der Tatsachen zurück.

Dem Nachwuchs fehle es an grundsätzlichen Dingen. Sie seien durch die digitale Welt abgelenkt und mit dem Kopf erst beim Training, wenn es wirklich anfängt.

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"Auf dem Weg zum Trainingsplatz gehen sie am Ballsack vorbei. Ich frage sie, warum. Oder warum die Hütchen fehlen. Oder warum die Bälle nicht aufgepumpt sind. Das musst du immer wieder beanstanden, das macht müde", gibt Klose zu.

Für den Weltmeister ist mehr Spezial- und Individualtraining für die Talente ein Weg aus dem Dilemma. Er selbst war bereits für die Nationalelf als "Offense Coach" tätig und trainierte die Stürmer.

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