Tod von Maradona :Nach Anwalts-Vorwürfen: Arzt von Diego Maradona steht Rede und Antwort

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Foto: Agencia EFE / imago images
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Auf Twitter hatte Matias Morla, der Anwalt des verstorbenen Diego Maradona, heftige Vorwürfe an die zuständigen Notdienste adressiert. Er werde sich für die Untersuchung der Todesumstände stark machen, teilte Morla mit. Argentiniens Ermittlungsbehörden haben diese gegen Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque eingeleitet.

Am Sonntag hatten Ermittlerteams das Privathaus des Arztes sowie dessen Behandlungsräume durchsucht und Beweismaterial sichergestellt. Luque hatte zunächst zu den Vorwürfen geschwiegen, lud aber wenig später Journalisten in sein Anwesen ein, um Stellung zu nehmen.

Hintergrund

Luque hatte sich gegenüber den anwesenden Reportern schockiert gezeigt, weil gegen ihn Ermittlungen eingeleitet wurden. Er sagte, er habe das Bestmögliche für seinen Freund getan. Außerdem tätigte Luque eine brisante Aussage.

Demnach hatte Maradona vor seinem Tod erneut mit Suchtproblemen zu kämpfen. "Ich war schockiert, als die Polizei an meiner Tür auftauchte. Ich werde natürlich uneingeschränkt kooperieren", sagte Luque, der sich schrecklich fühle, dass sein Freund verstorben sei. "Ich beschuldige mich aber nicht selbst. Es ist sehr unfair, was mit mir passiert."

Für den Arzt war Maradona vor den Tagen seines Todes sehr niederschlagen rübergekommen. Luque fügte, an, dass Maradona wieder Probleme mit Pillen und Alkohol hatte: "Er hat sich auf eine Weise bestraft, die ich als Freund nicht zulassen konnte." Helfen lassen wollte sich Maradona aber offenbar nicht wirklich. Zumindest erwecken Luques Worte diesen Eindruck.

Der Arzt beschrieb Maradona als "schwierig", und fügte an: "Du konntest nichts tun, wenn Diego es nicht wollte. Er hasste Ärzte und Psychologen. Mit mir war es aber anders, weil ich ehrlich zu ihm war." Luque verwies darauf, dass sich Maradona nach seiner Gehirn-OP zur Rehabilitation hätte begeben sollen.

"Sollte ich für etwas verantwortlich sein, dann wäre das, dass ich ihn geliebt habe und versuchte sein Leben zu verbessern", so der Doktor. Maradonas Töchter hatten angeblich die Behörden um eine Überprüfung der Medikation gebeten. Maradonas Töchter hatte Luque allerdings kaum einmal gesehen.

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