Friedrich, Calmund und Co. :Nach dem Karriereende: Diese Strategien verfolgen Ex-Profis

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Eine Auswertung der Spieler in den Profivereinen ergab, dass von über 5.700 Spielern in den letzten 8 Jahren nur 3,5 Prozent ein Transferangebot von einem der europäischen Spitzenclubs erhalten haben und sich über Jahreseinkommen in Millionenhöhe freuen dürfen. Die wenigsten denken während ihrer Karriere daran, für die Zeit danach vorzusorgen.

Wenn die Karriere früher endet als geplant?

Moodie aus Nigeria war bereits fest im U21-Kader einer Bundesligamannschaft als eine Knieverletzung das vorzeitige Ende seiner Karriere einläutete. Er arbeitet heute für ein Versicherungsunternehmen, kickt am Wochenende noch gelegentlich mit seinen Kumpels und schließt Fußballwetten ab.

Die Unfallversicherung seines Vereins zahlte ihm ein kleines Schmerzensgeld zur Überbrückung. Den größten Teil hatte der Verein einbehalten. Aus der Traum von der großen Fußballer-Karriere.

Hintergrund


Die Möglichkeiten nach dem Karriere-Aus als Profi-Fußballer

Ein silberner Pokal aus dem Jahr 1986 in einer Vitrine erinnert den Vize-Weltmeister Norbert Eder an seine Erfolge. Heute muss er sich seinen Lebensunterhalt als Blumenverkäufer verdienen.

Ähnliche Schicksale teilen tausende andere Ex-Profis, die als Paketboten und Verkäufer unterwegs sind. Nicht wenige von ihnen müssen bereits 5 Jahre nach dem Karriereende Privatinsolvenz anmelden. Dass es anders geht, zeigen die folgenden Beispiele.

Ein prominenter Ex-Fußballer ist Rainer Calmund. Er musste 1966 nach einem Sportunfall seine Karriere im aktiven Profi-Sport beenden. Als Manager von Bayer Leverkusen machte er sich dann einen großen Namen.

Der Sportdirektor war vor allem bekannt für die Verpflichtungen von Supertalenten aus Brasilien. Calmund holte spätere Weltstars wie Ze Roberto oder Emerson.

Nach seinem Aus beim Werksklub baute er sich selbst medienwirksam als Marke "Calli" auf und ist heute aus zahlreichen Fernsehshows bekannt.

Nicht jeder taugt wie Rainer Calmund zum erfolgreichen Medienprofi. Die meisten bleiben dem Sport treu und setzen auf eine zweite Karriere als Trainer. Im Sommer heuerte Ex-Profi Frank Lampard zum Beispiel als Cheftrainer beim FC Chelsea an.

Viele bleiben lieber im Hintergrund und beraten Spieler. Leistungssportlern, die vor Ihrer Fußball-Karriere eine kaufmännische Ausbildung und ein BWL- oder Jura-Studium erfolgreich absolviert haben, steht eine Laufbahn als Funktionär in der UEFA, FIFA und im DFB offen, wie es unser "Kaiser" Franz Beckenbauer vorgemacht hat.

Profi-Fußballer haben zahlreiche Berater an ihrer Seite, die gerne ein paar Brotkrumen aufsammeln möchten. Manche von Ihnen, die rechtzeitig vorgesorgt und Ihre Millionen gut angelegt haben, sehen Ihr Leben danach als Privatier und Unternehmer.

Ein prominentes Beispiel ist Philipp Lahm, der sich als Investor an jungen Start-ups beteiligt. Ex-Nationalspieler Arne Friedrich hat sich an einer Tochtergesellschaft der renommierten Werbeagentur Jung von Matt beteiligt und wirbt erfolgreich für Sportmarken.

Jede Idee hatte ihre Zeit. In den 1980er Jahren gründeten viele Ex-Profis ein Sportgeschäft. In den 2000er Jahren war die Gründung von Soccerhallen und Sportbars modern. Viele nutzen ihren Bekanntheitsgrad für die Gründung einer Versicherungsagentur oder beteiligen sich an Maklerbüros.

Die meisten sind nicht so erfolgreich wie Jürgen Klopp, der mit Werbung für Versicherungen und Autos ein zusätzliches Standbein aufgebaut hat. Es gibt auch Menschen wie den Ex-Bremer Uli Borowka, der in seiner Krise eine Chance sah und in seiner Biographie seine Alkoholsucht verarbeitet hat.

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