Nationalmannschaft :Der Fall Mesut Özil: Oliver Bierhoff hatte "Reaktionen und Emotionen unterschätzt"

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Foto: Marco Iacobucci Epp / Shutterstock.com
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"Es schmerzt immer noch, wie das zu Ende gegangen ist", sagte Bierhoff. Der Mittelfeldspieler erklärte nach der WM 2018 seinen Rücktritt. Er sagte damals aus, dass er sich vom DFB im Stich gelassen fühlte – besonders in Bezug auf persönliche und rassistische Angriffe.

Mesut Özil und Ilkay Gündogan ließen sich vor der Weltmeisterschaft zusammen mit dem umstrittenen Präsidenten der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, ablichten. Nach der Veröffentlichung ernteten die beiden Spieler viel Kritik für diese Aktion. Während Gündogan kurz darauf Stellung bezog, hüllte sich Özil in Schweigen, was seine Kritiker weiterhin bestärkte.

Oliver Bierhoff gestand im Podcast ein, er "habe damals glaube ich die Reaktionen und Emotionen unterschätzt." Nach der enttäuschenden WM in Russland wurde Mesut Özil als Sündenbock auserkoren. Er soll die Mannschaft mit seiner PR-Aktion verunsichert haben.

Der Teammanager hätte Özil, der 2014 ein zentrales Mitglied der Weltmeistermannschaft war, einen ruhmreichen Abgang gegönnt. Er stünde auch jederzeit zu einem Gespräch bereit. "Es würde mich freuen, mich mit ihm zu unterhalten und das ohne den Druck, das wir da ein Ergebnis bringen müssen." Ansonsten beschrieb er das Verhältnis zu Özil als "neutral".