Toni Kroos nennt das große Problem der DFB-Elf

04.12.2022 um 17:38 Uhr
von Kevin Richau
Redakteur
Berichtet seit 2021 für Fussballeuropa.com über den internationalen Fußball.
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Toni Kroos fühlt nach dem Vorrunden-Aus mit seinen Ex-DFB-Kollegen mit - Foto: / Getty Images

Bei Streaming-Anbieter MagentaTV stellte sich Kroos zunächst noch schützend vor seine Landsleute. "Ich kenne die Jungs, ich habe bis zum letzten Jahr noch mit ihnen gespielt. Ich saß selbst vor vier Jahren noch dort, nach einem Vorrundenaus und konnte natürlich sehr mitfühlen", erklärte der Experte, der keinen Qualitätsmangel im Team erkennen konnte.

Aufgrund des starken Kaders saß der Frust nach dem verfrühten Aus tief. "Ich war auch extrem enttäuscht, weil ich schon große Ambitionen für Deutschland hatte, ich da absolut Möglichkeiten gesehen hätte. Von daher war bei mir auch, wie bei so vielen, große Enttäuschung da", so Kroos.

Die DFB-Truppe hatte sich vor dem Turnierbeginn noch selbst zum erweiterten Favoritenkreis gezählt. In Katar verlor das Team von Hansi Flick (57) dann gleich zum Auftakt mit 1:2 gegen Japan – nach einer 1:0-Führung. Nach einem beeindruckenden 1:1 gegen Spanien folgte zum Abschluss ein 4:2 über Costa Rica, bei dem die Deutschen zwischendurch aber einem Rückstand hinterherliefen.

Kroos sieht Mentalitätsproblem

Die Ursache für die Schwächephase gegen Japan und Costa Rica glaubt Kroos in der Einstellung der Spieler gefunden zu haben. Als Beispiele nannte er die vorherigen Nations-League-Partien gegen England (3:3) und Ungarn (0:1), die weitere Zweifel an der WM-Tauglichkeit nährten.

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Kroos wurde 2014 in Rio Weltmeister - Foto: Jefferson Bernardes / Shutterstock.com

"Wir hatten Spiele gegen England, wo wir 2:0 führen – es fällt ein Gegentor und alles bricht zusammen . Ungarn, ein Gegentor – und wir haben keine Antwort. Das haben wir jetzt wieder gesehen", urteilte der Weltmeister von 2014 und sprach davon, "weder in der Defensive noch in der Offensive" ein Kollektiv gesehen zu haben.

Deutschland scheiterte in Katar zum zweiten Mal hintereinander in der Gruppenphase. 2018, damals noch mit Toni Kroos im Kader, verlor der amtierende Weltmeister in der Vorrunde gegen Mexiko (0:1) und Südkorea (0:2).

Ein Last-Minute-Sieg am zweiten Spieltag gegen Schweden (2:1) hielt die Hoffnung auf ein Weiterkommen kurzfristig aufrecht. Am Ende sprang ein enttäuschender letzter Platz heraus.

Verwendete Quellen: sport1.de