:Patrick Falk: Meine Zeit beim FC Barcelona!

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Foto: Ververidis Vasilis / Shutterstock.com

14.08.1999. Es läuft die 68.Spielminute der Bundesliga Partie Eintracht Frankfurt gegen Unterhaching. Horst Heldt verlässt den Platz für den damals 19-jährigen Patrick Falk. Er gilt als eins der größten Talente des deutschen Fußballs. Doch nach einem guten Start in Frankfurt mit 13 Bundesliga Einsätzen verlässt den Hessen das Glück.

Verletzungen verhindern große Karriere

Auch wegen zahlreicher Verletzungen hatte Falks Traum von der großen Fußballbühne nur eine begrenzte Haltbarkeit. Nach den Stationen Eintracht Braunschweig, Rot-Weis Oberhausen und Offenbacher Kickers endete die Profikarriere des Barça Mitglieds beim FC Sachsen Leipzig.

Angebot von Barcelona als U-Nationalspieler

Hintergrund


Zu Jugendzeiten lag dem damals 15-jährigen Falk ein Angebot vor, zum FC Barcelona zu wechseln. Er selbst hätte sich den Schritt zugetraut, doch sein Vater, ein überzeugter Eintracht Anhänger wollte seinen Sohn unbedingt bei seinem Herzensverein Eintracht Frankfurt sehen. So zerschlägt sich der Wechsel nach Katalonien.

Anfang 2011, fünfzehn Jahre nach der verpassten Chance zu Barça zu gehen, kam Patrick Falk das Privileg zuteil, beim FC Barcelona hospitieren zu dürfen.

Wie es dazu kam und was er erlebt hat verrät der Trainer der KG Wittgenborn im Gespräch mit barca99.com.

barca99.com: Es bewerben sich 3.000 Leute im Monat für eine Hospitation beim FC Barcelona. Wie hast du es geschafft, den begehrten Platz zu ergattern?

Patrick Falk: Ich kenne die Sekretärin von Sportdirektor Andoni Zubizarreta seit der Zeit, als Barça mich beobachtete, damals war ich deutscher U15 Nationalspieler. Ihr habe ich geschrieben und dann durfte ich diesen Januar hospitieren. Das hat mich natürlich riesig gefreut.

barca99.com: Was hat dich am meisten beeindruckt als Trainer?

Patrick Falk: Von klein auf wird hier im Prinzip gleich trainiert und gespielt. Direktspiel, schnell und flach, keine hohen Bälle, Positionswechsel, hohes Tempo, Räume schaffen. In jeder Altersklasse wird so gespielt.

Im Prinzip spielt Barça B genauso wie die erste Mannschaft, es ist die gleiche Spielidee. Da sieht man keinen großen Unterschied zwischen dem Training von Barça B und einem Spiel der ersten Mannschaft.

barca99.com: Nachdem du eine Woche das Training gesehen hast. Wer ist aktuell das größte Talent bei Barça B?

Patrick Falk: Thiago Alcantara ist sicher das größte Talent, aber er ist noch etwas zu verspielt, noch nicht so abgezockt wie ein Xavi oder Andrés Iniesta. Er versucht oft mal einen Beinschuss, anstatt zu spielen, das sah man auch teilweise bei der U21 Europameisterschaft, wo es gegen Tschechien beinahe ins Auge gegangen wäre.

barca99.com: Stichwort: Vereinsmotto. Mes que un club! Hast du etwas davon gespürt?

Patrick Falk: Also ich fand es schon beeindruckend, dass ein verletzter Star wie Maxwell, der nicht mit der ersten Mannschaft nach Levante zum Ligaspiel reisen kann, sich stattdessen das Jugendtraining anschaut. Oder das Abendtraining. Wenn alle Jugendteams und die Profis gemeinsam um 19:00 aus den Katakomben kommen und die Kleinsten neben den Stars trainieren. Das zeigt diese Gemeinsamkeit im Verein. Außerdem habe ich keinerlei Starallüren erlebt, ob Luis Enrique, Maxwell oder Jonathan dos Santos, alle waren total zugänglich. Das war in meiner Zeit bei Leverkusen und Frankfurt nicht so.

barca99.com: Welchen Neuzugang würdest du dir für die neue Saison wünschen?

Patrick Falk: Ich würde Cesc Fabregas holen, wenn er zu bekommen ist. Und einen der gehandelten Stürmer, Rossi oder Sanchez.

barca99.com: Eine Verstärkung für die Defensive ist nicht notwendig?

Patrick Falk: Da Javier Mascherano seine Sache in der Innenverteidigung sehr gut macht, auch im Champions League Finale überragend gespielt hat, würde ich für hinten niemanden holen. Als Backup für Abidal würde ich Andreu Fontas von der zweiten Mannschaft aufbauen. Adriano oder Maxwell können dann abgegeben werden.

barca99.com: Wer war für dich die größte Überraschung der vergangenen Saison bei Barça?

Patrick Falk: Beindruckt hat mich die Entwicklung von Sergio Busquets. Ein überragender 6ser, ich sehe keinen, der ihm weltweit das Wasser reichen kann. Er spielt so wie früher Josep Guardiola.

barca99.com: Wie sieht es mit deinen persönlichen Zielen für deine weitere Trainerlaufbahn aus?

Patrick Falk: Im Sommer werde ich meine Trainerlizenz abschließen und ich schiele nach 6 Jahren mit 9 Titeln als Trainer bei Wittgenborn schon auf eine Stelle in einer höheren Klasse. Für einen Dorfverein wie bei uns in Wittgenborn, wo von 28 Spielern in beiden Mannschaften 24 Spieler aus dem eigenen Nachwuchs kommen, sind die Möglichkeiten weiter nach oben zu kommen begrenzt.

Interview: Tobias Krentscher