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Rassismus: Mbappe-Vorwürfe gegen Verbandsboss LeGraet

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Foto: AFP/SID/THOMAS SAMSON

Der Stürmerstar warf Verbandschef Noel LeGraet Ignoranz gegenüber rassistischen Angriffen vor - weil LeGraet die Beschimpfungen durch enttäuschte Fans nach Mbappes entscheidendem Fehlversuch im Elfmeterschießen gegen die Schweiz verharmlost hatte.

"Es stand in Zusammenhang mit Rassismus und nicht mit dem Elfmeter", stellte Mbappe am Sonntag in einer Twitter-Mitteilung seinen Standpunkt klar.

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LeGraet hatte zuvor die Anfeindungen gegen den Superstar von Frankreichs Meister Paris St. Germain in einem Interview mit der Sonntagszeitung Journal du dimanche heruntergespielt. "Er meinte", sagte der 80 Jahre alte Verbandsboss zum Frust des Angreifers, "dass wir ihn als Verband nach dem verschossenen Elfmeter nicht genug gegen die Kritik in den sozialen Netzwerken in Schutz genommen hätten. Wir unterhielten uns fünf Minuten lang in meinem Büro. Er war sauer und wollte nicht mehr für Frankreich spielen. Aber offensichtlich hat er das nicht so gemeint."

Für diese verniedlichende Darstellung seines Unmuts zeigte Mbappe keinerlei Verständnis. "Er war der Ansicht, dass es kein Rassismus gewesen wäre", berichtete der 23-Jährige über weitere Details des Treffens mit LeGraet.

Der Verbandschef steht nicht zum ersten Mal wegen "blinder Flecken" in der Debatte über Rassismus im Fußball in der Kritik. Erst im vergangenen September sorgte der Dauerfunktionär ebenfalls durch Verharmlosung von Fremdenfeindlichkeit im Fußball für Empörung in der französischen Öffentlichkeit. "Es gibt keinen oder kaum Rassismus im Fußball", kommentierte LeGraet die Einleitung von offiziellen Ermittlungen wegen rassistischer Beleidigungen von französischen Nationalspielern nach dem EM-Aus.

Auf Mbappes neue Vorwürfe reagierte LeGraet in einem Interview mit dem französischen Radiosender RMC ohne Erwähnung des Reizbegriffes ausweichend: "Ich bin mir mit ihm einig. Ich habe ihn verstanden, und es gibt kein Problem mit Kylian. Ich hatte schon immer eine tiefe Verbundenheit mit ihm."