Real Madrid :Real-Boss Florentino Perez will Fußball reformieren - Gegenwind von LaLiga-Boss

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Foto: Cordon Press/Miguelez Sports / imago images

Wie ein Damoklesschwert schwebt die angeblich vom europäischen Establishment geplante Superliga über dem Fußballgeschehen. Bei Real Madrid amtet mit Florentino Perez einer der Befürworter eines solchen exklusiven Wettbewerbs.

Ohne diesen bislang nur auf dem Papier existierenden Wettbewerb beim Namen zu nennen, dürfte es doch klar sein, auf was der Madrider Manager während der Jahreshauptversammlung anspielen wollte.

"Die Pandemie hat alles verändert. Sie hat uns alle verletzlicher gemacht, auch die Welt des Fußballs", sagte Perez. Der Fußball brauche eine Reform, um ihn stärker, wettbewerbsfähiger und spannender zu machen. Dabei müsse sein Verein wie immer an der Spitze dieses Sports bleiben.

In der Öffentlichkeit hatten sich viele der Obersten gegen eine Superliga ausgesprochen – sowohl die Verantwortlichen der FIFA und der UEFA sowie die der größten Ligen Europas. Javier Tebas (LaLiga) und Christian Seifert (Bundesliga) hatten eine Superliga stets ausgeschlossen.

Ex-Barcelona-Boss Josep Maria Bartomeu hatte allerdings erklärt, dass die Katalanen bei einer Superliga am Start wären. "Gestern haben wir einem Vorschlag zur Teilnahme an einer zukünftigen europäischen Superliga zugestimmt, da dies die finanzielle Stabilität des Vereins gewährleisten würde", so der Ex-Präsident bei der Verkündung seines Rücktritts.

Hintergrund


Perez: "Die neue Generation konsumiert mehr Content. Wir müssen die Qualität verbessern"

Perez erklärt jetzt: "Jeder unterstützt die Reform des aktuellen Wettbewerbspanoramas. Die Fußballfans selbst stellen eine Übersättigung des Kalenders fest. Die Reform des Fußballs kann nicht warten und wir müssen uns ihr so schnell wie möglich stellen. [...] Die neue Generation konsumiert mehr Content. Wir müssen die Wettbewerbsfähigkeit und Qualität verbessern."

LaLiga-Boss kritisiert Perez

Perez Ausführungen sorgten umgehend für Gegenwind. "Ich denke, der Präsident von Real Madrid wird von der Angelegenheit der Super League sehr abgelenkt. Sie sollten ihn besser informieren", twitterte Liga-Präsident Javier Tebas.

Perez, der sich zudem über eine angebliche Benachteiligung Real Madrids bei den Übertragungen beschwert und Kommentatoren eine Gesinnung gegen Real vorgeworfen hatte, solle sich die Spiele doch beim vereinseigenen Sender RMTV anschauen. Dort seien die Kommentatoren "sicherlich objektiver", so Tebas.