Real Madrid und Barça schießen vereint gegen LaLiga-Pläne

03.12.2022 um 14:27 Uhr
von Kevin Richau
Redakteur
Berichtet seit 2021 für Fussballeuropa.com über den internationalen Fußball.
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Joan Laporta (l.) und Florentino Perez (r.) wehren sich gegen Pläne der spanischen Liga - Foto: / Getty Images

Die Vereine erfuhren erst am 25. November von der am 07. Dezember stattfindenden Sondersitzung in Dubai. "Es ist völlig ungerechtfertigt, in einer derart improvisierten und dringlichen Art und Weise und in Ermangelung einer angemessenen Diskussion und sorgfältigen Analyse relevante Änderungen an den internen Regeln von LaLiga zu behandeln", wetterten die Klubverantwortlichen Reals in einer Mitteilung.

Neben der übertriebenen Dringlichkeit stößt dem Champions-League-Sieger vor allem der Standort Dubai sauer auf. "Wir sind der Meinung, dass das Treffen illegal ist, da die Vereine mehr als 5.000 km vom Hauptsitz der LaLiga entfernt zu einem Treffen eingeladen werden."

Dass der Ligaverband LFP die Reisekosten übernimmt, schmälert die Wut der Madrilenen nicht im mindesten. Darum werde kein Vertreter von Real Madrid an der Sondersitzung teilnehmen. Neben Real Madrid boykotiert auch der FC Barcelona die Versammlung.

"Die Position des FC Barcelona war immer, einvernehmliche Vereinbarungen zu treffen, nachdem das Thema geprüft und alle Positionen respektiert wurden", teilten die Katalanen mit. "Aus diesem Grund glauben wir nicht, dass es der richtige Zeitpunkt ist, für eine Veranstaltung nach Dubai zu reisen, die durchaus im Hauptquartier von LaLiga stattfinden könnte."

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Florentino Perez lehnte Verkauf von Anteilen an LaLiga ab - Foto: Mikolaj Barbanell / Shutterstock.com

Real Madrid: LaLiga-Zoff schwelt weiter an

Seit knapp anderthalb Jahren steht Reals Vereinspräsident Florentino Perez (75) mit der spanischen Liga auf Kriegsfuß. Der Unternehmer war einer der Initiatoren der kontrovers diskutierten Super League, die im April 2021 krachend gescheitert war. Nationale Verbände wie die Primera Division warfen den Gründern Egoismus vor und drohten ihnen mit dem Ausschluss aus ihren Ligen.

Die meisten Vereine zogen sich aus diesem Grund sofort aus dem Projekt zurück. Real Madrid hält hingegen gemeinsam mit dem FC Barcelona und Juventus Turin an der Super League fest. Zukünftige Reibungen mit LaLiga sind somit vorprogrammiert.

Zusätzlichen Zündstoff lieferte der von Liga-Boss Javier Tebas angestoßene Verkauf von elf Prozent aller Einnahmen der ersten und zweiten Liga Spaniens für die die nächsten 50 Jahre. Barcelona, Real und Athletic Bilbao stimmten dem Deal mit CVC nicht zu.

Perez und Co. dürften mit ihrem Boykott der Sondersitzung dieses Mal auf gehörig mehr Unterstützung als beim Thema Super League treffen. In den Zeiten, in denen Klimaschutz und Inflation großen Raum bei den Fans einnehmen, ist die Verlagerung des Liga-Gipfels nach Dubai nicht nachvollziehbar.