Real Madrid :Warum Real Madrid und Barça weiter für die Super League kämpfen

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Foto: Agencia EFE / imago images
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Es war in dieser Art irgendwie zu erwarten. Wieso auch sollte sich Florentino Perez von den Plänen einer Super League, die nach nicht einmal 48 Stunden krachend gescheitert war, distanzieren? Schließlich trat das Vereinsoberhaupt von Real Madrid als Vorsitzender und Initiator jenes Wettbewerbs in Erscheinung.

"Wir arbeiten daran. Es wird etwas herauskommen, von dem die Welt denkt, dass es das Beste ist", sagt Perez dem spanischen Radiosender CADENA SER. Aufgrund von Fanprotesten, mit deren Wucht die zwölf teilnehmen wollenden Klubs offenbar tatsächlich nicht gerechnet haben, verabschiedeten sich Stunden nach der Ankündigung einer Super League reihenweise Klubs, die zuvor noch ihre Zusage erteilten.

Das Projekt sei nur "auf Stand-by", tot sei es nicht, merkte Perez an, der gleichzeitig auf die gegengezeichneten Rahmenbedingungen verwies. Aus den Verträgen gehe nämlich hervor, "dass du nicht gehen kannst".

Ausgerechnet vom FC Barcelona erfährt Perez vollste Unterstützung. "Die Super League ist nötig", erklärt Barça-Boss Joan Laporta im katalanischen Fernsehen. "Es ist absolut nötig, dass wir große Klubs, die einen beträchtlichen Teil der Ressourcen beitragen, auch bei der Verteilung der Einnahmen ein Wort mitreden." Man sei "offen für einen offenen Dialog mit der UEFA".

Doch was veranlasst die Vereinsbosse der per se nicht wirklich gut aufeinander gesinnten Klubs, in dieser Sache an einem Strang zu ziehen? Es überrascht nicht, dass vor allem das Monetäre im Vordergrund steht. Schließlich haben Real und Barça in den vergangenen Jahren einen unglaublichen Schuldenberg angehäuft – der eine Klub kratzt an der Milliardenmarke, der andere hat sie bereits überschritten.

Hintergrund


"Dieses Jahr", so Perez, "werden die Klubs zwei Milliarden Euro Miese machen, Geld, das sie gar nicht haben." Laut Laporta brauche man schlicht mehr Ressourcen, weil die "sehr hohen Gehälter" der Spieler eine große Last darstellen würden. Eine Farce, ruft man sich allein die Besoldung von Lionel Messi ins Gedächtnis.

Vor allem Perez inszeniert sich als Robin Hood des Fußballs, was im Rest Europa überwiegend großes Erstaunen auslöst. "Es war, als hätten wir jemanden getötet. Es war, als hätten wir den Fußball getötet", so der Bauunternehmer. "Aber wir versuchen, einen Weg zu erarbeiten, um den Fußball zu retten. Ich bin seit 20 Jahren im Fußball und ich habe noch nie Drohungen wie diese gesehen."