Real Madrid :Wie Fabio Capello Roberto Carlos zu Real Madrid lotste

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Große Fußstapfen hinterließ Fabio Capello bei Real Madrid während seiner beiden Amtszeiten zumindest aus sportlicher Sicht nicht. Der Trainerroutinier fädelte aber einen Transfer ein, der den Klub nachträglich verändern sollte.

Capello figurierte im Sommer 1996 als Spiritus Rector der Verpflichtung von Roberto Carlos. "Ich konnte es nicht glauben", ist Capello bei SKY ITALIA noch heute fast sprachlos. "Giovanni Branchini (Berater; Anm. d. Red.) erzählte mir, dass sie ihn verkaufen wollten und ich dachte 'wie kann Inter im Begriff sein, Roberto Carlos zu verkaufen?'"

Hintergrund

Angesichts dieser Tatsache blieb Capello lange ungläubig und ließ es sich sogar per Fax bestätigen. Auf dem Wisch war dann sogar die Ablöse vermerkt, die Inter Mailand aufrief. "Es war keine streitbare Summe, also rief ich den Präsidenten von Real Madrid, Lorenzo Sanz, an und sagte ihm, er solle direkt nach Mailand fliegen", erinnert sich Capello an das damalige Vorgehen.

Für den heute 74-Jährigen konnte der Transfer nicht schnell genug über die Bühne gehen – und genau das teilte er auch dem damaligen Vereinsboss so mit. "Ich erklärte ihm, dass sich alle italienischen Teams auf ihn stürzen würden, sobald die Nachricht bekannt wird", so Capello. "Um 23:00 Uhr war der Vertrag fertig. In weniger als 24 Minuten."

Für die in heutigen Zeiten unvorstellbare Summer von sechs Millionen Euro wechselte Carlos schließlich in die spanische Landeshauptstadt. Bei Real prägte er eine Ära. Im elf Jahren absolvierte der Außenverteidiger mit dem linken Hammer über 527 Pflichtspiele, wurde dreimal Champions League-Sieger und viermal Spanischer Meister. Carlos ist den Merengues noch heute als Markenbotschafter verbunden.

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