Real Madrid :Zinedine Zidane verlässt Real Madrid mit schweren Vorwürfe an die Bosse

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Real Madrid wollte es eigentlich unbedingt verhindern, dass Zinedine Zidane den Verein nach 2018 noch mal eigenhändig verlässt. Der Franzose tut es wieder, sein Ausscheiden bei seinem Herzensklub ist bereits offiziell bestätigt. Nun äußert sich der 48-Jährige in einem offenen Brief und legt die Gründe dar, die ihn zu seiner Entscheidung bewegt haben.

"Im Mai 2018 bin ich gegangen, weil ich nach zweieinhalb Jahren voller Siege und Trophäen das Gefühl hatte, dass die Mannschaft eine neue Ansprache brauchte, um ihr Niveau zu halten", schreibt Zidane und spannt den Bogen: "Heute sind die Dinge anders. Ich gehe, weil der Verein mir nicht das Vertrauen gibt, das ich brauche. Er gibt mir nicht die Unterstützung, um mittelfristig oder langfristig etwas aufzubauen."

Es sind also interne Dissonanzen mit dem mächtigen Vereinsboss Florentino Perez, dem Zidane trotz allem "auf ewig dankbar" sei, dass dieser ihn 2001 gegen viele Widerstände intern und extern nach Madrid geholt hatte.

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Foto: Marco Iacobucci EPP / Shutterstock.com

Der Franzose hätte sich gewünscht, dass das Verhältnis zum Präsidenten und dem Verein in den vergangenen Monaten "ein bisschen anders gewesen wäre als bei anderen Trainer".

Privilegien wolle er dabei nicht einfordern, aber ein bisschen mehr Gedächtnis. Dabei spielt Zidane auf die großen Erfolge an, die er in seiner Schaffenszeit an der Concha Espina erreicht hat. Zum Beispiel als er mit dem spanischen Rekordmeister dreimal in Folge die Champions League gewann. Wertschätzung heißt Zidanes Zauberwort.

Hintergrund


"Heutzutage bleibt ein Trainer in der Regel zwei Jahre bei einem großen Verein, selten länger", so Zidane. "Die menschlichen Beziehungen sind entscheidend, damit es länger funktioniert. Sie sind wichtiger als Geld, Ruhm, wichtiger als alles. Man muss auf sie aufpassen."

Wahrscheinlich fällt es ihm zuwider, dass er in der schwierigen Saison, die Real hatte und in der Zidane oftmals von den Medien zur Zielscheibe wurde, nur in den seltensten Fällen öffentliche Rückendeckung aus der Vereinsführung zu vernehmen war.

Es habe ihn "sehr verletzt", wie die Vereinsführung mithilfe der Presse Druck auf ihn und die Mannschaft ausübte. Jenes Vorgehen sorgte für "schlechte Stimmung in der Mannschaft, Zweifel und Missverständnisse".

Er kenne den Fußball und die Anforderungen bei einem Klub wie Real Madrid. "Wenn man nicht gewinnt, muss man gehen." Es sei allerdings vergessen worden, was Tag für Tag aufgebaut habe, "was ich zur Beziehung zu den Spielern und den 150 Personen rund um das Team beigetragen habe".

"Ich bin mit Sicherheit nicht der beste Trainer der Welt, aber ich bin in der Lage, jedem die Kraft und das Selbstvertrauen für seine Arbeit zu geben. Sei es ein Spieler, einer aus dem Trainerteam oder ein anderer Angestellter. Ich weiß genau, was eine Mannschaft braucht."