FC Bayern :Santa Cruz und Co.: Hoeneß über kuriose Bayern-Transfers


Dass sich Transfers in die Länge ziehen ist hinlänglich bekannt. Doch die Gründe sind es nicht immer. Bayern-Präsident erinnert sich an die kuriosesten (Fast)Transfers.

  • Fabian BiastochSonntag, 31.03.2019
Foto: efecreata mediagroup / Shutterstock.com
Anzeige

Im Bayern-Magazin 51 blickte der langjährige Macher der Münchener unter anderem auf das Werben um Ruud Gullit zurück.

Karl-Heinz Rummenigge und er selbst flogen damals nach Mailand.

"Als wir morgens um halb zehn bei ihm in die Wohnung kamen, war noch niemand wach – außer der Butler. Er hatte einen Butler", erklärte Hoeneß.

"Der bat uns dann in den Salon, wir haben Kaffee getrunken. Schließlich war der Transfer klar und er kam nach München zur Untersuchung bei Dr. Müller-Wohlfahrt."

Auch nach der Untersuchung und dem Abendessen war noch immer alles klar.

Auch am Morgen nach einer Nacht im Hause Hoeneß sprach nichts gegen einen Wechsel des Niederländers. Doch dann wollte er plötzlich nach Mailand zurück zu seiner Frau.

Video zum Thema

"Am Abend hat er dann abgesagt. Warum weiß ich bis heute nicht genau", so Hoeneß.

Als die Bayern vor der Saison 1987/88 unbedingt Porto-Angreifer Rabah Madjer verpflichten wollten, flog der damalige Manager nach Lissabon und fuhr dann mit dem Auto weiter, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.

Anzeige

"Ich habe fast ein Huhn überfahren, eine Ziege ist mir ins Auto gelaufen", erinnerte sich der 67-Jährige.

Schließlich hätten sie dann bei einem Freund des Algeriers verhandelt und sich geeinigt.

"Doch dann gab es ein Riesentamtam mit der Ablöseforderung des FC Porto von mindestens 800.000 Dollar. Am Ende war ich sogar froh, ihn nicht mehr kaufen zu müssen."

Aber Hoeneß weiß auch von kuriosen Transfers zu berichten, die dann doch über die Bühne gegangen sind.

Bei den Verhandlungen um einen Wechsel von Roque Santa Cruz hätten 25 Leute im Wohnzimmer des Präsidenten von Olimpia Asunción gesessen.

Erst konnte man sich nicht einigen, der Bayern-Tross wartete schon draußen auf ein Taxi.

Dann wurde es chaotisch. "Als wir uns schließlich noch geeinigt haben, waren plötzlich 30, 40 Journalisten mit Kameras im Wohnzimmer, es war ein Tohuwabohu, unglaublich", resümierte Hoeneß.

Santa Cruz spielte acht Jahre für die Bayern und erzielte in 238 Partien 51 Tore.

In Erinnerung blieben dem Bayern-Präsidenten auch die Gespräche mit Augusto Lendoiro.

Der heute 73-Jährige war bis 2014 21 Jahre lang Präsident von Deportivo La Coruna, von wo aus im Januar 1995 Emil Kostadinov nach München wechseln sollte.

Kurz nach der Landung in Spanien hieß es dann, dass man sich um 23.30 Uhr treffe. Ein Heimflug am gleichen Tag war somit zunichte gemacht worden.

"Wir hatten nicht mal eine Zahnbürste dabei, nichts", erklärte Hoeneß.

"Er kam dann erst um halb eins, wir saßen bis drei Uhr zusammen. Ich werde nie vergessen: Wir haben Percebes-Muscheln gegessen – die spritzen, wenn man sie aufmacht. Mein Hemd hat danach ausgesehen … Weil tags darauf Sonntag war, konnten wir nicht mal Hemden kaufen. So saßen wir dann im Flieger."

Der Bulgare wechselte dann auch wirklich zu den Bayern, spielte bis Sommer 1996 in München und erzielte in 38 Partien acht Tore.

Lendoiro und Hoeneß sollten sich einige Jahre später bei den Verhandlungen wegen Roy Makaay wiedersehen. "Nachts um halb zwei in Madrid. Aber da waren wir besser vorbereitet und hatten für eine Übernachtung alles dabei."

Bei der Verpflichtung von Sören Lerby überstimmte die Bayern-Führung sogar den damaligen Trainer Pál Csernai. Der Ungar wollte den Dänen ein letztes Mal spielen sehen, also flog ein FCB-Tross zu einem Pokalspiel von Ajax Amsterdam.

Doch der Mittelfeldspieler erwischte einen schlechten Tag, Csernai wollte ihn nicht mehr.

Nach der Partie saßen die Bayern dann zusammen, bis auf einmal Lerby auftauchte. "Es war noch keine Entscheidung gefallen, aber der damalige Präsident Willi O. Hoffmann sprang auf und sagte: 'Herr Lerby, ich darf Sie als neuen Spieler des FC Bayern begrüßen!'."

Hoeneß selbst sei "fast unter den Tisch gefallen" und der Trainer habe ein Gesicht gezogen, erinnerte sich der Präsident.

Doch am Ende wurde alles gut. Lerby, der in drei Saisons 126 Pflichtspiele bestritt und 27 Tore erzielte, entpuppte sich als wichtiger Bestandteil der Bayern. "Es wurde ein toller Transfer."

Folge uns auf Instagram, Facebook oder YouTube und check unsere App!

Anzeige