Foto: Vlad1988 / Shutterstock.com

"Solidarität und soziales Engagement" :Pep Guardiola besucht katalanische Politiker im Gefängnis

  • Fabian Biastoch Samstag, 17.11.2018

Dass sich Pep Guardiola politisch äußert und sich für die Unabhängigkeit Kataloniens einsetzt, ist nicht neu. Dafür musste er bereits Strafen zahlen. Nun war er im Gefängnis.

Werbung

In der Nähe Barcelonas besuchte der Trainer von Manchester City eine Haftanstalt und traf dort katalanische Politiker.

Unter den Gefangenen: Oriol Junqueras, ehemaliger Vizepräsident des katalanischen Regionalparlaments, und Jordi Cuixart, politischer Aktivist und Gründer der Organisation Omnium Cultural.

Letztgenannte Gruppe hat eine tragende Rolle bei dem Unabhängigkeitsreferendum vor über einem Jahr gespielt.

Die Staatsanwaltschaft will Cuixart wegen separatistischen Bemühungen für 17 Jahre hinter Gittern sehen.

Vor einem Jahr stimmten 92 Prozent der Katalanen für die Abspaltung von Spanien, was Madrid jedoch ablehnt und daher führende Köpfe der Unabhängigkeitsbewegung im Gefängnis sehen will.

"Es macht mich wirklich betroffen, dass diese Leute ein Jahr danach immer noch unschuldig hinter Gittern sind", sagte Guardiola.

Der 47-Jährige weiter: "Wenn sie im Gefängnis sind, könnte ich es genauso sein. Sie haben nichts Unrechtes getan."

Der Meistertrainer posierte mit Cuixart für ein gemeinsames Foto vor dem Gefängnis Lledoners.

Cuixart postete das Foto später und schrieb dazu: "Nachricht aus dem Gefängnis. Danke, Pep Guardiola, dass Du uns hier drinnen gezeigt hast, dass wahre Führungsstärke auch Solidarität und soziales Engagement bedeutet und Teamwork keine Grenzen kennt."

In der Vergangenheit musste Guardiola wegen der öffentlichen Solidarität durch Tragen einer gelben Schleife am Revers mit den Separatisten im März eine Geldstrafe zahlen.

Zudem darf er sie nicht mehr zeigen. "Ich trage die Schleife ansonsten immer, es sei denn, ich vergesse sie mal oder lasse sie absichtlich in der Tasche", sagte Guardiola, der sich bislang an das Verbot hält.

Javier Tebas, Präsident der spanischen Fußballliga, sagte zu Guardiolas Engagement: "Er weiß sicher einiges über Fußball, aber von Politik hat er leider absolut keine Ahnung."

Werbung

Manchester City

Weitere Themen