SSC Neapel :"Verrückt, aber herzlich!" - Kalidou Koulibaly packt über Maurizio Sarri aus


Worauf können sich Cristiano Ronaldo und Co. bei Juventus Turin mit ihrem neuen Trainer gefasst machen? Kalidou Koulibaly berichtet von einer Anekdote aus gemeinsamen Tagen mit Maurizio Sarri beim SSC Neapel.

  • Fabian BiastochMontag, 01.07.2019
Foto: CosminIftode / Shutterstock.com
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Im Januar 2016 bereitete Taktik-Fanatiker Maurizio Sarri seinen SSC Neapel gerade auf ein Spiel gegen Sassoulo vor, das am gleichen Abend angepfiffen werden sollte.

Plötzlich vibrierte es im Raum. Es war das Telefon von Verteidiger Kalidou Koulibaly. Am anderen Ende der Leitung war seine hochschwangere Frau, die gerade in den Wehen lag.

"Meine Frau sagte mir: 'Du musst jetzt kommen. Unser Sohn kommt zur Welt.' Ich ging zu Sarri und sagte: 'Mister, es tut mir leid, aber ich muss gehen. Mein Sohn kommt!'", erinnert sich Kalidou Koulibaly in der PLAYERSTRIBUNE.

Maurizio Sarri, sichtlich von der Aussage seines Spielers überrascht, wollte ihn nicht gehen lassen. Schließlich brauche er ihn im Spiel.

"Ich brauche dich wirklich. Du kannst nicht gehen", habe der Coach ihm gesagt.

"Ich sagte", ergänzte Koulibaly: "'Das ist die Geburt meines ersten Sohnes, Mister. Sie können mit mir machen, was sie wollen. Bestrafen Sie mich, suspendieren Sie mich, es ist mir egal. Ich werde gehen.'"

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Schlussendlich lenkte der neue Trainer von Juventus Turin doch ein, forderte seinen Abwehrspieler aber auf, am Abend im Stadion zu sein.

Kurz nach Mittag wurde der Junge geboren, um 16 Uhr rief dann Sarri an.

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"Dieser Typ... man muss das verstehen... er ist verrückt", erzählte der 28-Jährige weiter. "Ich meine das in einem positiven Sinn, aber er ist einfach verrückt! Er sagte: 'Kouli?! Kommst du zurück? Ich brauche dich! Ich brauche dich wirklich sehr! Bitte!'"

Also raste der senegalesische Nationalspieler wieder ins Stadion, machte sich dort gerade spielfertig, als Sarri mit dem Aufstellungsbogen in die Kabine kam.

Dort fehlte dann aber der Name "Koulibaly" in der Anfangself. "Ich sagte: 'Mister, wollen Sie mich veralbern?' Er sagte: 'Was denn? Das ist meine Entscheidung.' Er setzte mich tatsächlich auf die Bank!"

Für Sarri war die Sache klar: Er brauchte den Innenverteidiger auf der Bank. 22 Minute vor Spielende wurde Koulibaly dann doch noch eingewechselt.

"Das ganze Drama, und dann spiele ich nicht von Anfang an! Wenn ich jetzt daran denke, möchte ich lachen. Aber damals wollte ich nur weinen", erinnerte er sich.

Aber: "Die Geschichte spiegelt genau all das wider, was ich an Napoli so sehr liebe. Wenn ich es erklären müsste, würde man es nicht verstehen. Das ist so, als müsste man einen Witz erklären. Es ist verrückt dort, aber unglaublich herzlich."

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