Arsenal :Wieder keine Königsklasse: Arsenal droht abgehängt zu werden

Foto: Mitch Gunn / Shutterstock.com
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Nach dem 1:4 im Europa-League-Finale gegen den FC Chelsea saß Mesut Özil mit leerem Blick auf der Bank. Der Weltmeister von 2014 musste in der zweiten Halbzeit Joe Willock weichen.

Der GUARDIAN sollte später diese Szene als Demütigung für den noch immer bestbezahlten Profi des FC Arsenal beschreiben.

"Der Klub ist von weit oben heruntergefallen", klagte der frühere Gunners-Verteidiger Martin Keown im englischen TV. "Sie haben Hazard, wir haben Özil."

Und ganz nüchtern auf die Zahlen schauend, kann niemand mehr verneinen, dass die Beziehung Özil–Arsenal noch funktioniert.

40 Ballkontakte im Finale gegen den die Blues, sechs Vorlagen in der gesamten Saison. Die Statistik ist knallhart für den einst besten Vorlagengeber Europas.

Eden Hazard hingegen legte das 2:0 vor und schob später zum 3:0 und 4:1 ein – und wechselt nun aller Voraussicht nach zu Real Madrid.

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Bei den Königlichen glänzte früher auch Özil. "Er gehört in eine ballbesitzorientierte Mannschaft mit besseren Spielern", findet Keown, "im Spiel gegen den Ball macht er einfach nicht genug, auch wenn er das vielleicht denkt."

Unter Arsene Wenger konnte er seine Stärken immer noch ausspielen, unter Unai Emery gelingt es nicht. Der Spanier konnte den 30-Jährigen nicht mit seiner Spielidee infizieren.

Im Winter wollte Arsenal den Deutschen daher loswerden. Jedoch scheiterten alle Gespräche und er sitzt ihnen weiter auf dem Geldbeutel ohne wirklich zu spielen.

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Da Stan Kroenke seinen Verein nach strengen wirtschaftlichen Regeln führt, ist auch kein Geld da, um groß zu investieren.

Die Gunners müssten Spieler abgeben. Doch wie bei Özil finden sie keine Abnehmer für jene, die sie loswerden wollen und im Gegenzug bekommen sie ihre Wunschspieler nicht.

Mit Edu soll ein ehemaliger Arsenal-Profi als Sportdirektor fungieren, um neue und kostengünstige Spieler zu entdecken. Eine Aufgabe, die bis zum Februar der heutige Sportdirektor des VfB Stuttgart, Sven Mislintat, inne hatte.

"Ich will all unseren Fans sagen, dass wir uns mitten in einem Prozess befinden", unterstrich Emery und wischte zugleich jeden Zweifel weg. "Ich glaube, Arsenal ist ein großer Name in der Fußballwelt. Viele Spieler wollen hier spielen."

Jedoch dürfte auch Emery erkannt haben, dass es nicht mehr nur Chelsea, Liverpool und die beiden Vereine aus Manchester sind, die nach oben drängen.

Dort etabliert hat sich bereits Tottenham. Everton wird weiter dafür arbeiten, es den Spurs nachzumachen und auch Wolverhampton drängt in die Top Sechs.

Newcastle könnte dazukommen, wenn Scheich Khaled bin Zayed Al Nahyan, ein Cousin des ManCity-Besitzers, wirklich Mike Ashleys Anteile kauft.

Hinzukommen noch Vereine wie Leicester, West Ham und Co., die für eine Top-10-Platzierung immer wieder gut sein können.

In der Summe sind es also rund zehn Verein, die um vier Champions-League-Plätze bzw. sieben Europapokal-Plätze streiten. Da kann ein geschwächter FC Arsenal schnell rausfallen.

Unai Emery will davon jedoch nichts wissen. "Ich blicke positiv in die Zukunft", entgegnete er in Baku und entwich in die aserbaidschanische Nacht.

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